Mittelalterliche Ruinen in Bad Berneck

Ruine Burg Wallenrode in Bad Berneck

Walpoten-Burg in Bad Berneck im Fichtelgebirge

Auf dem heutigen Schlossberg wurde um 1150 die Walpoten-Burg errichtet, deren Gesamtanlage noch heute deutlich zu erkennen ist. Um den Steilhang im Süden führten zwei Wallgräben, die Mitte des 19. Jahrhunderts aufgefüllt, mit Flieder umpflanzt und in Terrassenwege verwandelt wurden.

Ruine Burg Hohenberneck in Bad Berneck

Burg Hohenberneck in Bad Berneck im Fichtelgebirge

1478 erhielt der Amtmann Veit von Wallenrode den Auftrag, für den Markgraf Albrecht eine wohnliche Burg auf dem Bergrücken zu errichten, wo einst eine Vorburg die Walpoten-Burg vom Norden her schützen sollte. Sie erhielt zunächst den Namen Neu-Wallenrode.

Die Töchter Veits verkauften den noch unfertigen Bau 1495 an Albrecht von Wirsberg. Dieser vollendete die Arbeiten und übergab die Burg, die nun Hohenberneck hieß, 1501 an den Markgraf Friedrich IV. Bereits 50 Jahre später begann der Zerfall der eigentlich sehr wehrhaften Burg.

Ruine Burgkapelle in Bad Berneck

Ruine Burgkapelle in Bad Berneck

1480 legte Veit von Wallenrode unterhalb seiner im Bau befindlichen Burg den Grundstein zu einer Marienkapelle. Mit der Errichtung der Burgkapelle löste er ein Gelübde ein, das er bei seinem zweimaligen Besuch der heiligen Stätte in Jerusalem abgelegt hatte.

Dieses Gelübde beinhaltete auch die Anlegung einer Via Dolorosa, eines Kreuzweges mit den Leidensstationen Jesu Christi. Dieser Verpflichtung kam er im Jahr 1485 nach. Er schritt von der Kapelle ausgehend genau die Strecke durch die Stadt ab, die er in Jerusalem vom Richthaus bis nach Golgatha gemessen hatte.

Danach ließ er jeweils an drei Stationen Säulen errichten, die erste davon vor dem Eingang ins Rimlastal. Von sämtlichen Stationen sind heute noch einige Bildtafeln erhalten. Diese sind zu sehen beim ehemaligen Gasthauses "Riedelbauch" am Kirchenring, beim Haus im "Münchsgässchen", beim ehemaligen "Hotel Bube" und beim Gasthaus "Kutscherstuben".

Burgkapelle Stein

Burgkapelle Stein

Geschichte der Burgkapelle Stein
Die Ortschaft Stein liegt nördlich von Bad Berneck am Rande des Fichtelgebirges, auf halber Höhe oberhalb der gleichnamigen Burganlage. Von hier hat man einen schönen Ausblick auf das Tal der Ölschnitz, das zu den reizvollsten Landschaften Oberfrankens zählt. Wer möchte da vermuten, dass dieses friedliche, romantische Tal dereinst Brennpunkt bedeutender politischer Ereignisse war?

Älteste Felsenburg
Die Geschichte Steins beginnt mit der Burg. Sie ist die älteste nachweisbare Felsenburg des Fichtelgebirges. Stein wurde erstmals 1028 / 40 urkundlich erwähnt. Damals wurden tria loca (drei Ortschaften, oder auch Teile davon) der Bamberger Kirche geschenkt. Zusammen mit Trebgast und Kulmbach vermachte der Walpote Reginold I diese Besitzungen der Kirche. 1100 benennt sich Poppo albus de Steine und Schorgast nach Stein (1128); er gehörte einem edelfreien Geschlecht an, dessen Ansitz die Felsenburg Stein war.

Die Hirschberger
Im Laufe der weiteren Jahrzehnte verfiel die Burg immer mehr. Am 13. Mai 1342 wurde Bischof Leupold von Bamberg von den Hirschbergern zum Lehensherren bestellt. Dies bedeutete, dass der Lehensmann (=Vasall), in diesem Fall die Hirschberger, die Besitzungen zu meist erblichem Besitz erhielt und dafür Gegenleistungen in Form von z. B. Kriegs- und Hofdienst erbringen musste.

Aus dieser Urkunde ist zu schließen, dass Burg Stein vorher durch die Brüder Friedrich und Heilmann von Hirschberg mit Erlaubnis des Bischofs wieder aufgebaut wurde. Der Wiederaufbau der Burg hatte vor allem politische Bedeutung und sollte den Expansionsgelüsten der Burggrafen von Nürnberg, die 1338 / 41 das südlich angrenzende Berneck erworben hatten, Einhalt gebieten.

Die Hirschberger waren jedoch nicht lange Besitzer von Stein. Bereits am 24. 6. 1363 wurde der Besitz an Rüdiger von Sparneck verkauft. Die Gründe dieses Verkaufs sind nicht genau bekannt, aber bereits vorher wurde Schamlesberg und ihre Anteile an Metzlersreuth und Heinersreuth dem Burggrafen von Nürnberg verkauft. Der Verkauf von Stein wird etwas verständlicher, wenn man weiß, dass die Hirschberger zur gleichen Zeit (1361) die Burg in Grünstein neu errichteten und hierfür den Erlös von Stein sicher gut gebrauchen konnten. Außerdem hatten die Hirschberger und die Sparnecker in Getto de Waltstein einen gemeinsamen Urahn. Dieses Geschlecht kam etwa um 1150 ins Land und erbaute sich auf dem Kamme des Fichtelgebirges eine Feste.

Die Sparnecker

Teil der Sparnecker Öffnungsurkunde

Nach dem Verkauf erlebte Stein eine Blüte. Hans von Sparneck ließ die Burg erweitern und eine Kapelle erbauen. 1377 erfolgte die Weihung der Kapelle auf den Namen St. Michael. Noch heute ist am nordöstlichen Rand der Burganlage die Ruine zu sehen. Stein wurde ein Rittergut.
Am 1. Februar 1387 wurde die Burg dem Burggrafen von Nürnberg "geöffnet", was bedeutete, dass dieser das Recht hatte, die Burg Stein für seine Zwecke zu nutzen. Diese Öffnung war für die späteren Schicksale Steins von ausschlaggebender Bedeutung und ist gleichzeitig ein Markstein in der territorialen Entwicklung dieses Gebietes. Drei Generationen (ca. 100 Jahre) später sollte Stein durch Fritz von Sparneck zum Zankapfel zwischen dem Bischof von Bamberg und den Burggrafen von Nürnberg einerseits und den Herzögen von Bayern andererseits werden. Bis 1495 wechselten sich häufig die Besitzverhältnisse: Herzog Otto von Bayern beschuldigte Fritz von Sparneck der Beteiligung bzw. Unterstützung einer Fehde des Karl von Schaumberg gegen den Bayernherzog.

Stein löst einen Krieg aus?
Fritz von Sparneck, der Besitzer der einen Hälfte der Burg Stein, hatte sich an einer Fehde gegen den Bayernherzog Otto beteiligt oder Beihilfe geleistet. Daraufhin nahm der Herzog Stein ein und setzte Fritz von Sparneck gefangen. Um wieder freizukommen, musste Fritz von Sparneck gefangen. Um wieder freizukommen, musste Fritz von Sparneck seinen Anteil dem Herzog verkaufen, der andere Mitbesitzer (Georg von Sparneck) aber seinen Anteil an Stein für 1500 Gulden verpfänden. Herzog Otto von Bayern hatte wahrscheinlich die Absicht Stein zu behalten. Damit wurden aber bischöfliche und markgräfliche Anrechte gefährdet und zwar das Lehensrecht des Bistums und das Öffnungsrecht der Burg von Seiten des Markgrafen. Der Markgraf rechnete sogar mit dem Ausbruch eines Krieges, als er die Burg Neuwallenrode hinsichtlich ihrer Verteidigungsfähigkeit überprüfen ließ. Nach langen Verhandlungen gelang es dem Markgrafen zunächst den Anteil des Georg von Sparneck vom Bayernherzog zurückzuerwerben. Am 12. Januar 1495 verkauft schließlich Herzog Otto von Bayern auch den einstigen Halbteil des Fritz von Sparneck an die Markgrafen von Brandenburg um 3000 Gulden.

Keine Raubritter in Stein!

Im Hintergrund dieser kurzen, aber turbulenten Zeitspanne drängt sich die Frage auf, inwieweit in Stein Raubritter waren. Obwohl Fritz von Sparneck als streitsüchtig galt und sich gerade in dieser Zeit in permanenter Geldnot befand, ist in keiner der anerkannten Quellen ein Hinweis darüber zu finden. Damit sind die Geschichten, die Ritter hätten von einem der angeblich sehr hohen Burgtürme die in der Nähe verlaufende alte Handelsstraße beobachtete und dann die Reisenen ausgeraubt, der Dichtung zuzuordnen.

Bei Durchsicht der überlieferten Unterlagen kommt man eher zu der Vermutung, die Familie der Sparnecker müßten sehr christlich gewesen sein, denn neben der Errichtung der Kapelle St. Michael in Stein stiftete dieses Geschlecht durch Friedrich von Sparneck zwischen 1475 und 1478 ein kleines Karmelitenkloster in Sparneck.

Der goldene AbendmahlskelchAls einziges noch vorhandenes Inventar gibt der goldene Abendmahlskelch unserer Burgkapelle noch Zeugnis von der Herrschaft derer von Sparneck. Der Kelch stammt aus einer Nürnberger Goldschmiedewerkstatt und wurde um 1480 hergestellt. Er ist noch heute zu kirchlichen Anlässen in Gebrauch und trägt am Fuße das Sparnecker Wappen.

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