Klosterbibliothek in Waldsassen

Die Klosterbibliothek der Abtei Waldsassen im Fichtelgebirge

Eine weitere Kostbarkeit ist die Klosterbibilothek, die 1726 im Übergangsstil vom Hochbarock zum Rokoko vollendet wurde. Kunstvoll von Karl Stilp geschnitzte lebensgroße Holzfiguren tragen die den Saal umlaufende Galerie. Prachtvolle Deckengemälde und Stuckarbeiten ergänzen dieses einzigartige Schmuckstück der Zisterzienserinnen-Abtei.

Geschichte der Bibliothek

1433
Baubeginn; Abt Georg I (reg. 1455-1512) beginnt u.a. mit dem Bau der Klosterbibliothek, nachdem das Kloster zuvor durch die Hussiten 1430 / 1433 geplündert worden war. Es kam jedoch zu keiner Fertigstellung der Bibliothek, da das Kloster während des Landshuter Erbfolgekrieges schwer zerstört wurde.

1512-1592
Vollendung der Bibliothek und Wiederherstellung des Klostergebäudes unter Abt Andreas.

1585
Ältestes, erhaltenes Bücherinventar der Bibliothek wird geschaffen in der Zeit der pfälzischen Herrschaft mit 482 Bänden als Handschriften und Druckwerke in einer sog. Pultbibliothek. Dort lagen die Bücher angekettet auf Pulten, die Bibliothek war Büchermagazin und Arbeitsraum zugleich.

1600 / 1609
Ein Inventar verzeichnet 150 "abgegangene Bücher"; die übrigen Bände wurden vermutlich in den Verwaltungsbesitz der "oberen Pfalz" nach Amberg, dann nach Heidelberg und von dort zu den vatikanischen Bibliotheken gebracht, wo sie sich noch heute befinden.

1661
Nach der Rekatholisierung wurden Bibliothek und Kloster als Ruine vorgefunden. Abt Martin Dallmayr setzt sich für den Neubau von Klosteranlage und Klosterkirche ein.

1681
Wird mit den umfangreichen Baumaßnahmen begonnen.

1687
Fertigstellung der Bibliothek im Rahmen der Fertigstellung des Westtraktes.

1688
Ausstattungsplan der Bibliothek, erstellt vom Amberger Jesuitenfrater Johannes Hörmann, jedoch unausgeführt.

1724-1726
Ausstattung der Bibliothek unter Abt Eugen Schmid (reg. 1724-1764), der vor seiner Abtwahl Stiftsbibliothekar war. Eugen Schmid trug in erheblichem Umfang als geistiger Vater des Ausstattungsprogramms der Bibliothek bei. Baumeister und ausführende Künstler waren u. a. Karl Stilp, Karl Hofreiter, Andreas Witt.

1742-1746
Bücherbestand von ca. 12'000 Bänden, davon nur wenige Bücher aus der Zeit vor dem 30-jährigen Krieg.

1804
Aus dem Bestand von ca. 19'000 bis zur Säkularisation wurden 3520 Bücher ausgewählt und nach Amberg gebracht, wo sie mit Beständen anderer aufgelöster Köster in die neu gegründete Provinzialbibliothek eingingen. Der Verbleib der restlichen Bücher, ca. 15'000 Bände, ist bis heute unklar. Auch andere, ursprünglich verwendete Ausstattungsteile verschwanden. Darunter ein großer Himmels- und Erdglobus von jeweils 1m Durchmesser. Beide stammten von Marco Vincenzo Coronelli (1650-1718), Mathematiker und Astronom des Kaisers in Wien, der nur 3 Globenpaare dieser Art schuf.

Kontakt
Zisterzienserinnen-Abtei Waldsassen
Basilikaplatz 2
95652 Waldsassen
Tel.: 09632 0025

Weitere Informationen über die Stiftsbibliothek finden Sie hier.

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