18.02.2014

von B° RB

Biogasanlage

Funkendorf soll ein Bioenergiedorf werden. Biogasanlage könnte den gesamten Ort mit Wärme versorgen

Stefan Kausler, Betreiber der Biogasanlage in Funkendorf, vor dem Biogas- Blockheizkraftwerk, dessen Abwärme ausreichend wäre, um Funkendorf mit Heizenergie zu versorgen

Funkendorf (Gemeinde Prebitz, Lkr. Bayreuth) könnte schon bald ein
Bioenergiedorf werden
, dessen Häuser mit klimafreundlicher Biowärme aus
einer örtlichen Biogasanlage versorgt werden. Die Bioenergieregion Bayreuth
hatte die Einwohner des Ortsteiles am 6.2.2014 zu einer ersten Auftakt- und
Infoveranstaltung eingeladen, bei welcher Nahwärmeexperten den möglichen
Weg zum „Bioenergiedorf Funkendorf“ aufzeigten.


Ziel des Biowärmeprojektes ist, die Häuser von Funkendorf und evtl. auch von
Bieberswöhr mit überschüssiger Abwärme zu versorgen, die bei der Verstromung
von Biogas in einer örtlichen Biogasanlage anfällt.

Funkendorf bietet für eine Nahwärmelösung ideale Voraussetzungen. Dies hat eine
von der Bioenergieregion Bayreuth veranlasste Untersuchung aller Biogasanlagen in der Region gezeigt: Erstens ist die nötige Energie durch die vor Ort anfallende
Abwärme einer Biogasanlage reichlich vorhanden. Zweitens liegt die Biogasanlage
nicht weit von möglichen Wärmeabnehmern entfernt. Und drittens wird die
Umsetzung eines Nahwärmeprojektes in Funkendorf dadurch begünstigt, dass einige der damit verbundenen Maßnahmen auch über das laufende Verfahren zur
Dorferneuerung förderfähig sind.

Erdöl wird immer knapper und gleichzeitig steigt weltweit die Nachfrage. Die logische Folge sind steigende Preise. Prognosen gehen davon aus, dass die Marke von 1,50 Euro/Liter spätestens in 10 Jahren erreicht sein wird. Wohl dem, der rechtzeitig umsteigt und auf erneuerbare Energien setzt. Umweltverträgliche Wärme aus Bioenergie steht vor Ort zur Verfügung. Es fehlen nur noch ein Leitungsnetz, das die Wärme in die Häuser bringt, und Menschen, die die Initiative ergreifen. Die Funkendorfer haben schon mehrfach Gemeinschaftsprojekte erfolgreich durchgeführt und unter Beweis gestellt, dass die Dorfgemeinschaft intakt ist, was wiederum ein wichtiger Erfolgsfaktor bei der Errichtung von Nahwärmenetzen ist.

Bürgermeister Hans Freiberger betonte, dass sich aktuell eine einmalig günstige
Gelegenheit für die Begründung eines Nahwärmenetzte böte. Das Projekt mache
unabhängig von Energieimporten. Und es stärke den Zusammenhalt der
Dorfgemeinschaft und das Heimatgefühl.

Die Rolle der Bioenergieregion Bayreuth bei Bioenergie-Nahwärmenetzen erläuterte
Bernd Rothammel, Projektleiter Bioenergie beim Regionalmanagement Stadt und
Landkreis Bayreuth. Die Bioenergieregion sehe sich in der Rolle des Wegbereiters
für lokale Nahwärmeinitiativen: „. Es ist unser Ziel und Auftrag, die Effizienz von
Biogasanlagen zu verbessern. Deshalb haben wir das Projekt in Funkendorf ins
Rollen gebracht. Wir wollen die Funkendorfer unterstützen, können
Infoveranstaltungen organisieren, Experten vermitteln oder Exkursionen zu anderen Bioenergiedörfern veranstalten. Letztlich müssen aber die Funkendorfer das Biowärmeprojekt zu ihrem eigenen Anliegen machen.“  

Wie das funktionieren kann, wurde bei der Auftaktveranstaltung an verschiedenen
Praxisbeispielen erläutert. Zunächst vermittelte Dipl.-Ing. Christian Rank, vom Amt
für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Münchberg in seinem Vortrag „Wie
funktioniert ein Nahwärmenetz?“ die Grundlagen. Darauf aufbauend berichtete
Harald Hümmer, Vorstand der Energiegenossenschaft Oberleiterbach eG (Lkr.
Bamberg), wie es dort die Dorfgemeinschaft geschafft hat, eigenverantwortlich ein
Nahwärmenetz auf die Beine zu stellen.

Auch im Frankenwald gibt es erfolgreiche Vorbilder: Dipl.-Geograf Martin Kastner,
Projektleiter beim Verein Energievision Frankenwald e.V., erläuterte, wie der Verein
Energievision Frankenwald elf Bioenergiedörfer auf den Weg gebracht hat, und
stellte exemplarisch das Bioenergiedorf Effelter vor.

Über den aktuellen Stand und weiteren Verlauf der Dorferneuerungsmaßnahmen in
Funkendorf berichtete Martin Pfister, Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken,
Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft. Über die Dorferneuerung können
einzelne Maßnahmen eines Nahwärmenetzes gefördert werden.

Um zu ermitteln, ob sich ein Nahwärmenetz rechnen würde, ist es wichtig zu wissen, welche Haushalte grundsätzlich bereit wären, mitzumachen, und wie hoch der jeweilige Wärmedarf ist. Diese Informationen werden über einen Fragebogen
erhoben, der bei der Veranstaltung ausgeben wurde und in den nächsten Tagen
auch an jene Haushalte verteilt wird, die nicht zur Infoveranstaltung kommen
konnten. Der Fragebogen kann auch auf der Internetseite www.bioenergieregion-
bayreuth.de abgerufen werden.

Auf großes Interesse stieß die erste Informationsveranstaltung, zu der die
Bioenergieregion Bayreuth eingeladen hatte.

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