18.09.2015

von B° RB

WUN Bioenergie

Billige Importware verschlechtert die gute Umweltbilanz von Pellets. Die WUN Bioenergie produziert Pellets ausschließlich aus Rohstoffen der Region

WUN Bioenergie

Beim Kauf nur auf den Preis zu schauen, kann unter Umständen auch zahlreiche negative Aspekte haben: Billigware aus Ostblockstaaten wird oft bei wenig Lohn unter geringen sozialen Standards produziert. Die Rohstoffe werden teils in Raubbau gewonnen, ohne Rücksicht auf die Umwelt und dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Hier ist Eigenverantwortung bei den Käufern gefordert. Mit dem Kauf regionaler Produkte unterstützt man nicht nur die regionale Wirtschaft, schafft und erhält Arbeitsplätze – man tut auch etwas für die Umwelt. Kurze Transportwege entlasten Verkehr und Natur. Zudem stammt die Energie zur Produktion aus regenerativer Erzeugung. Also: Nicht nur den Geldbeutel entscheiden lassen sondern auch das Gewissen.

Im Werk der WUN Bioenergie wurden von Anfang an alle Weichen für eine effiziente Produktion gestellt. Zum klimaschonenden Heizen reicht ein nachwachsender Rohstoff alleine noch nicht aus, vielmehr kommt es darauf an, wie effizient die Rohstoffe gewonnen und zum Pellet verarbeitet werden.

Im Energiepark in Holenbrunn wurde schon bei der Planung auf eine nachhaltige Versorgung mit Strom und Wärme für die Pelletproduktion geachtet. So kommt der Brennstoff für die Stromerzeugung aus den nahen Wäldern von Fichtelgebirge und Frankenwald. Dabei werden nur Fraktionen verwendet, die für Säge- und Papierindustrie nicht geeignet sind. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Wipfelhölzer und Rinden, die im Sägewerk nicht weiter verarbeitet werden können. Weiterhin verwenden wir Landschaftspflegematerial von Verkehrswegen, Flussläufen und Material aus Kurzumtriebsplantagen sowohl für die Stromerzeugung als auch bei der Produktion von Nawaropellets. Die dabei anfallenden Aschen werden wieder zum Mineraldünger aufbereitet.

Wärmeproduktion im geschlossenen Kreislauf

Nawaropellets werden vorwiegend in den Nahwärmenetzen der SWW Wunsiedel GmbH eingesetzt. Dort wird der wertvolle Rohstoff Holz nicht einfach zur Wärmegewinnung verbrannt, sondern vergast und anschließend werden damit Motoren zur Stromproduktion angetrieben. Deren Abwärme dient dann der Beheizung von Wohngebäuden. Im Unterschied zu konventioneller Kraftwerkstechnik, bei der ein Großteil der Wärme über Kühlprozesse unnütz an die Umwelt abgegeben wird, werden hier über 90 Prozent der eingesetzten Energie aus Holz nachhaltig genutzt.

Zur Produktion einer Tonne Pellets werden ca. 150 kWh Strom und 800 kWh Wärme benötigt. Dazu kommen für den Transport der Sägespäne ca. 40 kWh und nochmals ca. 80 kWh für den Transport der Pellets zum Kunden. Somit ergibt sich ein Aufwand von ca. 1070 kWh Energie zur Bereitstellung von ca. 5000 kWh thermischer Energie aus einer Tonne Pellets. Dabei handelt es sich wie bereits erwähnt, bei den 800 kWh Trocknungswärme um ein Abfallprodukt aus der Stromerzeugung.

2 kg Pellets entsprechen 1 l Heizöl. Selbst bei einem Ölpreis von ca. 0,60 € je Liter ergibt sich noch immer ein Kostenvorteil zu Gunsten der Pellets.

Sägespäne nutzen – weil sie sowieso da sind

Nachdem es sich bei dem Rohstoff Sägespäne um ein Abfallprodukt handelt, wird auch keine zusätzliche Energie zu dessen Bereitstellung benötigt. Genau hier liegt der Unterschied, der über die eigentliche Nachhaltigkeit des regional produzierten Pellet entscheidet.

Denn eine Zertifizierung nach DIN, Ö-Norm oder auch ENplus sagt noch lange nichts über eine gute Umweltbilanz des Produktes aus.

Billig schadet oft der Umwelt

Sägespäne, die erst aus Rundholz aufwendig für die Pelletproduktion geschält und anschließend zerkleinert werden, schonen sicher nicht Umwelt und Natur.

Wenn diese dann auch noch über den großen Teich verschifft, auf Binnenschiffe verladen und nochmals über hunderte Kilometer bis zum Endkunden transportiert werden müssen, ist es schnell zu Ende mit der guten Umweltbilanz des Pellet.

Solche Transportketten nehmen natürlich auch negativen Einfluss auf die Qualität der Produkte. Der Kunde wird das nicht immer erkennen, weil bei einer vernünftig angelegten Lieferkette das Material eigentlich bei jedem Umschlag wieder gesiebt und vom Feinanteil befreit werden sollte. Allerdings ist es nicht außergewöhnlich, dass bei solcher Beanspruchung bis zu 20 Prozent Brennstoff auf der Strecke bleiben.

Raubbau ermöglicht Dumpingpreise

Das Ganze funktioniert nur, weil der Rohstoff Holz in anderen Ländern vergleichsweise wenig Wert hat und nicht immer unter den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit, sondern oft auch im Raubbau gewonnen wird.

Dem gegenüber belaufen sich die Kosten für Sägespäne aus zertifizierten Betrieben in Deutschland auf ca. 100 € je Tonne. Ohne die nahezu hundertprozentige Nutzung dieser sogenannten Sägenebenprodukte (Hackschnitzel, Sägespäne, Rinde) bei der Pelletproduktion würde auch die Herstellung der Sägehölzer in Deutschland unter den derzeitigen Rundholzpreisen nicht mehr möglich sein.

Wie so oft ist hier auch regionales, nachhaltiges Wirtschaften das Beste für die Umwelt. Dazu verbleibt das eingesetzte Kapital in der Region und schafft oder sichert dort Arbeitsplätze.

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