21.04.2014

von B° RB

Auf den Spuren der Hussiten

Eine Wanderausstellung von Bovaria e.V., Nabburg bis 1.6. 2014 im Fichtelgebirgsmuseum Wunsiedel

Auf den Spuren der Hussiten

1415 wurde der tschechische Reformator Jan Hus als Ketzer hingerichtet. Unter seinem Namen entbrannte in Böhmen eine Revolution, die in Kriege mündete. Sie traumatisierte ganze Epochen und viele Nachbarländer, prägte aber auch mit sozialen Ideen den Vorabend der Neuzeit. Zu diesem Themenkreis zeigt das Fichtelgebirgsmuseum bis 1.6. 2014 die Wanderausstellung „ Auf den Spuren der Hussiten“, konzipiert von Bovaria e.V., Nabburg, gefördert durch die Euregio Egrensis und die Sparkasse. Die Ausstellung motiviert, der Hussitenzeit und ihren Folgen auf Exkursen durch Geschichte, Regionen und Kulturtraditionen nachzuspüren. Exponate, Filme und Animationen bieten intensive Einblicke für jeden, der sich für unsere Wurzeln interessiert. Autoren aus drei Ländern erstellten diese Aufarbeitung eines schwierigen Kapitels der Nachbarschaftsgeschichte.

Fakten
Auf den Spuren der Hussiten

Eine Wanderausstellung von Bovaria e.V., Nabburg bis 1.6. 2014 im Fichtelgebirgsmuseum Wunsiedel, dazu am 24.4. 2014 um 19 Uhr ein Vortrag von Dr. Peter Seißer

Auch auf das Fichtelgebirge hatten die hussitischen Kriegszüge Auswirkungen. 1430 zogen die Hussiten auf dem Rückweg an der Stadt Wunsiedel vorbei. Die Stadt blieb verschont. Allerdings verstärkte man daraufhin die Stadtbefestigung und Wunsiedel wurde zur Stadt mit den „marmelnen“, also marmornen Mauern. Die Stadt Arzberg kam nicht ganz so glimpflich davon. Hier belagerten die Hussiten am 13.2. 1430 die Stadt, deren Einwohner in die Kirchenburg geflohen waren. Es gelang schließlich dem Frühmesser Johannes Preuß aus der Kirche heraus auf einen der Anführer zu schießen. Die Horden zogen brandschatzend ab, noch am selben Abend erreichten sie Eger. 1436 wurde schließlich das Abkommen zwischen Böhmen und dem Basler Konzil geschlossen, das der hussitischen Bevölkerung gewisse Glaubensfreiheiten ließ. Erneutes Unheil kam kaum 30 Jahre später erneut durch den Böhmensturm über die Region Fichtelgebirge. 

Am 24.4. 2014 um 19 Uhr wird Herr Dr. Peter Seißer im Möbelsaal einen Einführungsvortrag zu den Hussiten und zum Böhmensturm in Wunsiedel halten. Herr Franz Grundler, erster Vorsitzender von Bovaria e.V., Nabburg wird danach durch die Ausstellung führen. 

Die Ausstellung „Auf den Spuren der Hussiten“ ist in deutscher und tschechischer Sprache und kann bis zum 1.6. 2014 im Fichtelgebirgsmuseum in Wunsiedel besucht werden. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen. 

Fichtelgebirgsmuseum, Spitalhof, 95632 Wunsiedel

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