02.04.2014

von B° RB

KRIEGSZUSTAND

Gerätemuseum: Ausstellung KRIEGSZUSTAND ! – 

1914-1918

Soldaten aus Arzberg im Schützengraben

Soldat aus Österreich

Blick in die Ausstellung

2014 jährt sich zum 100. Male der Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Der Erste Weltkrieg gilt als die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, die zahlreiche Auswirkungen auf die Gesellschaft hatte. Das sogenannte Bürgerliche Zeitalter war zu Ende, Revolutionen erschütterten Europa, Monarchien gingen zu Ende, parlamentarisch-demokratische Republiken entstanden, die Vormachtstellung Europas endete und die USA wurden zur dominierenden Weltmacht. 

Fakten

Der Erste Weltkrieg forderte fast zehn Millionen Todesopfer und etwa 20Millionen Verwundete unter den Soldaten. Die Anzahl der zivilen Opfer wird auf weitere sieben Millionen geschätzt. Im Deutschen Reich leisteten im Kriegsverlauf 13,25 Millionen Mann Militärdienst, davon starben 2 Millionen, also 15 %. Hinzu kamen in Deutschland 700 000 Hungertote durch den Hungerwinter 1916/17. In Arzberg alleine fielen 311 Männer und eine Frau, also rund 10 % der Bevölkerung. Eingesetzt waren die Soldatenaus unserer Region in Belgien, Lothringen, Ostpreußen, Polen, Frankreich, Italien, Russland, Serbien, Rumänien, Afrika, China und der Nordsee. 

Die gesamten direkten Kriegsausgaben in Deutschland betrugen 1914 bis 1918 insgesamt 194 Milliarden Goldmark. Finanziert wurde der Krieg durch Kriegsanleihen und die folgende Inflation.

Fakten
Die Ausstellung ist vom 5.4.2014 bis 26.10.2014 im Volkskundlichen Gerätemuseum in Arzberg-Bergnersreuth zu sehen

Zur Ausstellung 

Die Ausstellung KRIEGSZUSTAND – 1914-18 möchte beispielhaft für die gesamte Region an ausgewählten Dokumenten, Fotos und Objekten vom Leben und Sterben der Menschen Zuhause und an den Fronten während des Ersten Weltkrieges berichten. 

Thematisiert wird zunächst der Kriegsbeginn, der überwiegend mit sorgevollen Worten kommentiert wurde. Der Arzberger Pfarrer predigte am  Abend der Mobilmachung an die Soldaten und deren Familien. Er erhoffe baldige gesunde Wiederkehr und bat um Stärke und Kraft für die in den Kampf Ziehenden. Gleichzeitig versuchte man sich einzureden, dass man schon Weihnachten wieder zuhause bei der Familie wäre, was sich schon bald als Irrtum herausstellte. Eine neue Art der Kriegsführung war dafür verantwortlich. Während noch 1871 im Deutsch-Französischen Krieg sich Mann gegen Mann gegenüberstanden, beherrschte nun zunehmend ausgefeilte Technik das Kriegsgeschehen. Man führte erstmals Materialschlachten und statt offensiven Feldschlachten herrschten die Grabenkämpfe vor. Alle „Kriegsromantik“, war in kürzester Zeit verflogen. Die Wirklichkeit war ein entpersonalisierter und industrialisierter Krieg. Zahlreiche Zeugnisse in der Ausstellung, Originalobjekte wie Helme, Handgranaten, Gasmasken, Waffen und fotografische Dokumente zeugen von den Greueln des Krieges. Auch zuhause musste das Leben weitergehen. Schon bald wurden Lebensmittel knapp, die Familien erhielten nur geringe finanzielle Unterstützung, kriegsunwichtige Betriebe konnten nicht weiterarbeiten, Einschränkungen waren überall hinzunehmen. So wird auch auf die Lebensverhältnisse der Zivilisten eingegangen, von der Kriegsbutterdose mit 20 Gramm, bis zu Schmuckstücken aus Eisen, die für Gold gegeben wurden. Ein Großfoto zeigt Munitionskorbflechterinnen aus Arzberg, die so ihren Lebensunterhalt bestritten. Für die Kinder brachte der Krieg zunächst einmal die Möglichkeit zu den vielgeliebten „Kriegsspielen“, so auf dem Schumann-Gelände in Arzberg. Selbstverständlich dürfen in diesem Zusammenhang auch die typischen Matrosenanzüge im Original nicht fehlen. Vom Front- oder vor allem Lazaretturlaub brachten die Soldaten Kriegssouvenirs, wie Muscheln mit patriotischen Zeilen oder Handgranatenringe als Armband gearbeitet, mit. Vieles weitere zierte das vielgeliebte Vertiko. All diese in der Ausstellung zusammengetragenen Dinge erlauben einen illustrativen Blick auf das Leben und Fühlen der Menschen in unserer Region im Ersten Weltkrieg. 

Der Kriegsalltag, dem sich die Männer tagtäglich ausgesetzt sahen nimmt ebenfalls einen großen Raum in der Präsentation ein. Es finden sich Uniformen, Marschgepäck und Blechnäpfe aus verschiedenen Ländern. Auch die Militärkiste eines Hauptmanns aus der Region, der u.a.in den Karpaten eingesetzt war, bereichert eine der Inszenierungen. Ein Grabenspiel, das die Langeweile im Schützengraben zwischen den Kampfhandlungen vertreiben sollte, Feldpostkarten und Fotografien von den Kriegsschauplätzen helfen dabei den Ersten Weltkrieg, der auch als der vergessene Krieg bezeichnet wird, begreifbar zu machen.

In der Ausstellung finden sich ergänzend zu den Originalobjekten filmische Dokumente zur Zeitgeschichte und digitale Bilderrahmen mit zahlreichen fotografischen Aufnahmen. Zudem wird mit Audio-Stationen gearbeitet. 

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