29.05.2014

von B° RB

Letzte Chance

Sonderausstellung Wanderarbeit: Mensch – Mobilität – Migration im Porzellanikon Selb endet am 01.06.2014

Saisonarbeiter aus Osteuropa auf dem Spargelfeld

Das kommende lange Wochenende bietet letztmalig die Möglichkeit, sich über historische und aktuelle Wanderberufe zu informieren. Aktuell sieht man sie wieder: Kolonnen von Erntearbeitern, die von früh bis spät auf den Feldern arbeiten und in Wohnwagen leben, solange die Saison läuft. Die polnischen Wanderarbeiter stehen für ein Phänomen, das heute genauso wie in der Geschichte zu beobachten ist. 

Den Gründen und Folgen der Arbeitswanderung damals wie heute geht eine Ausstellung nach, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Ziegeleimuseum Lage 2013 konzipiert und präsentiert hat.  Die Ausstellung „Wanderarbeit“ setzt acht historische Wanderberufe in Szene und stellt ihnen sieben aktuelle Berufsfelder entgegen: Schäfer, Schausteller, lippische Ziegler, Scherenschleifer, ostwestfälische Heringsfänger, Amerikaauswanderer, italienische Eismacher, spanische Gastarbeiter – dies sind die klassischen Wanderarbeitsberufe in der Geschichte. Als Arbeitsmigranten heutiger Tagen werden Bauarbeiter, polnische Spargelstecher, rumänische Pflegekräfte, Pendler, Beschäftigte in Callcentern, Auswanderer und Flüchtlinge auf Lampedusa vorgestellt. Eins ist den Arbeitsmigranten damals wie heute gemeinsam: Sie wandern, weil ihr Beruf es erfordert oder weil sie in der Heimat nicht genügend Arbeit finden. 

Neben wirtschaftlicher Not, Armut, Karriere oder der Lust auf Abenteuer und Veränderung spielt heute auch die Globalisierung des Arbeitsmarktes eine große Rolle. Willi Kulke: „Angebot und Nachfrage sind die hauptsächlichen Beweggründe, warum Menschen für ihre Arbeit den Wohnort oder das Land wechseln müssen. Sie werden damit zu dauerhaften oder temporären Wanderarbeitern.“

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