03.06.2014

von B° RB

Yellow Oscar geht nach Oberfranken

Das Uranium Filmfestival in Rio de Janeiro ist das größte Filmfestival, welches sich ausschließlich dem Thema Atom widmet

Regisseur Michael von Hohenberg mit dem "Yellow Oscar" am Strand von Rio de Janeiro

Die Filme dort kommen aus der ganzen Welt. In diesem Jahr wurden 63 aus 25 Ländern ausgewählt, die um den Filmpreis „Yellow Oscar“ konkurrierten. 

Auch ein Film aus Oberfranken ging dort an den Start. Das Atomkriegsdrama „Final Picture“ von Regisseur Michael von Hohenberg wurde komplett in der Filmregion Ostoberfranken realisiert und zeigt das Leben und Sterben in den Bunkeranlagen nach einem globalen Atomkrieg. „Wir waren sehr froh, dass uns dieser Film angeboten wurde, da es kaum noch Filme über Atomkrieg gibt. Final Picture tritt in die großen Fußstapfen des 1983 veröffentlichten Blockbusters „The Day After“ und füllt diese auf seine Weise auch aus.“ erläuterte Festivalleiter Norbert G. Suchanek.

Neun Tage lang wurden im Museum für moderne Kunst die Kurzfilme, Dokumentationen und Spielfilme gezeigt, bevor am letzten Tag des Festivals die Preisverleihung stattfand. Anwesend waren Filmemacher aus der ganzen Welt, dabei auch Regisseur Michael von Hohenberg, Sounddesigner Klaus Pfreundner und Schauspieler Hubert Burczek, die gespannt auf das Ergebnis warteten. Als dann die Kategorie „Bester Spielfilm“ an die Reihe kam, war die Freude groß. „Final Picture“ wurde von der Jury, bestehend aus Filmproduzenten und Professoren für Film, Radiologie und Biologie, mit einem „Yellow Oscar“ ausgezeichnet. „Die zwar fiktive, aber durchaus reale Darstellung des Lebens nach einem globalen Atomschlag und die Zusammenarbeit mit Jugendlichen am Projekt machen diesen Spielfilm zum Vorbild für Filmschulen und Nachwuchsfilmemacher. Zudem führt er nach langen Jahren die so wichtige Filmreihe der mahnenden Atomkriegsfilme eindrucksvoll fort.“, so die Begründung der Jury.

Der „Yellow Oscar“ ist der erste internationale Filmpreis für Regisseur Michael von Hohenberg, der sich in seiner Rede vor allem bei seinem Filmteam und den Unterstützern aus der Region bedankte. „Wir nehmen diesen Preis als Ansporn, unseren Film und damit die Thematik noch in vielen weiteren Ländern zu zeigen und hoffen natürlich, dass der ein oder andere TV-Sender Interesse zeigt.“ freute sich von Hohenberg.

Das Uranium Filmfestival fand nun schon zum 4. Mal in Brasilien statt und zeigt die Gewinnerfilme auch in anderen Ländern, als nächstes im Jordanien und Deutschland. Damit erfüllt das Festival eine wichtige Aufgabe, Mahner und Unterhalter zugleich zu sein. „Wir sind kein Festival gegen Atom, sondern wollen nur informieren. Jeder kann sich seine eigene Meinung bilden. Leider wird das oft nicht verstanden und unsere Arbeit von politischer Seite erschwert.“ erläuterte der Festivalleiter.

Einen weiteren Gewinner aus Deutschland gab es noch. In der Kategorie Kurzdokumentation konnte der Film „Yellow Cake – the dirt behind Uranium“ von Filmemacher Joachim Tschirner die Jury überzeugen.

Michael von Hohenberg und sein Team konnten eine Woche lang Rio de Janeiro und seine Menschen kennenlernen und wohnte dort mit vielen Künstlern aus der ganzen Welt zusammen. „Wir haben so viele tolle Menschen getroffen, Freundschaften geschlossen und Kontakte geknüpft. Der Yellow Oscar war dabei das i-Tüpfelchen auf einer perfekten und beeindruckenden Woche in Rio. Ich hoffe, dass die WM dort nicht nur Probleme hinterlässt, sondern dem Land und seinen Bewohnern auch ein bisschen hilft.“ resümierte der Regisseur.

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