11.11.2014

von B° RB

Filmregion perfekt gestartet

Ostoberfranken – Das Projekt "Filmregion Ostoberfranken"

Gute Kontakte sind wichtig: Schauspielerin Veronica Ferres, Medienministerin Ilse Aigner und Filmbeauftragter Michael von Hohenberg am Bayern Tourismustag in München

Das Projekt „Filmregion Ostoberfranken“, gestartet im Juli 2013 durch die Landkreise Wunsiedel, Hof, Kulmbach und Bayreuth, sowie die kreisfreien Städte Bayreuth und Hof, zieht für die ersten 14 Monate eine durchweg positive Bilanz. Leiter des Projektes und damit Beauftragter für Film und Fernsehen in der Region ist Michael von Hohenberg, der vielen schon als Schauspieler und Regisseur durch diverse Filme und Dokumentationen kein unbekannter ist.

Zu den Aufgaben der Filmregion gehört die Schaffung einer Grundinfrastruktur für Dreharbeiten. Dazu empfiehlt sich der Aufbau von verschiedenen Karteien, für potentielle Filmmotive, Set-Helfer, Requisiten oder Komparsen und Kleindarsteller, aber auch der direkte Kontakt zu Behörden oder Unterkünften für die Filmschaffenden. Dazu gehört auch die Betreuung von Dreharbeiten in der Region, um einen möglichst reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

„Ein gewichtiger Teil der Arbeit ist die Projektakquise. Die Kontakte zu Filmschaffenden in Deutschland, zu wissen wer wann was dreht, das ist unerlässlich, um rechtzeitig passende Locations aus der Region anzubieten.“ erklärt von Hohenberg. Mit seinen 15 Jahren Erfahrung in der Filmbranche, von der Daily Soap bis zum Hollywoodfilm, kennt er die Bedürfnisse der Produzenten und konnte viele Kontakte sammeln. Diese halfen ihm auch, schneller als erwartet Filme in die Region zu locken. „Sobald ein großes Filmprojekt in den Medien ist, rufen viele Leute bei den Produzenten an. Da ist es schon von Vorteil, wenn der eigene Name geläufig ist, oder am anderen Ende der Leitung sogar ein guter Bekannter sitzt.“ erläutert der Filmbeauftragte. Bei der ZDF-Produktion „Tannbach“, die bei uns in Kleinlosnitz und Thurnau gedreht wurde, kannte von Hohenberg die Aufnahmeleiterin. Mit ihr drehte er auch gleich im Anschluss den Kinofilm „Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft.“ in Nürnberg. Beim ARD-Film „Die Dienstagsfrauen - 7 Tage ohne“, der in der fränkischen Schweiz größtenteils gedreht wurde, war der Regieassistent ein alter Freund aus Münchner Tagen, der ihn schon bei der Vorplanung mit ins Projekt involvierte. Daraus resultierte im September 2014 auch gleich noch die Teilnahme am sehr begehrten Frankentatort. Um diesen hatte sich ja auch die Filmregion bemüht und durch von Hohenbergs Mitwirkung am selbigen hat sich nun auch die Chance erhöht, diesen in absehbarer Zeit auch hierher zu bekommen.

Aber auch Kaltakquise zahlt sich aus. Das Kinoprojekt „Elser“ hatte die Region nicht in der Planung für die Locationsuche. Michael von Hohenberg schickte dem Szenenbildner einfach ein paar Bilder von möglichen Motiven und innerhalb kürzester Zeit stand fest, dass ein wesentlicher Teil des historischen Films unter der Führung des Oscar nominierten Regisseurs Oliver Hirschbiegel in Weidenberg gedreht wird. Hirschbiegel war begeistert von der Region und ihren offenen Menschen und will bei passender Gelegenheit gerne wieder hier drehen.

In der Zwischenzeit gab es schon acht Motivanfragen und vier Motivbesichtigungen. Eine davon sogar mit einem bekannten Regisseur aus Hollywood. „Ob aus einer Motivbesichtigung tatsächlich ein Dreh wird, hängt von sehr vielen Faktoren ab.“, weiß von Hohenberg. „Man darf sich nicht entmutigen lassen, wenn es öfter mal nicht klappt. Schon alleine, dass die Anfragen jetzt gehäuft kommen, zeigt den Erfolg der Filmregion. Das wir schon mehrere Filme bekommen haben, ist mehr als wir zuerst gehofft hatten.“

Filme sind eine enormer Wirtschaftsfaktor, denn die Leute essen und schlafen hier, zahlen Motivmieten, vergeben Aufträge für Handwerker und Bauhöfe, beschäftigen Komparsen und Set-Helfer und verbringen nicht zuletzt ihre Freizeit auch oft in der jeweiligen Drehregion. Im Anschluss ergibt sich oft auch eine touristische Verwertung. Nicht jeder Film lässt sich so Verwerten, aber oft gelingt das. Die fränkische Schweiz wird z.B. bei den „Dienstagsfrauen“ auch als solche betitelt und wurde dadurch einem Millionenpublikum perfekt „serviert“.

Das greift auch die Filmkulisse Bayern, ein Projekt der Filmförderung Bayern und der Bayern Tourismus GmbH, auf. Auf dem Tourismustag 2014 in München wurde genau das empfohlen, was Michael von Hohenberg den Landräten vor zwei Jahren als Projekt anbot. Die Installation eines Filmbeauftragten, die Schaffung einer Motivdatenbank und die Akquise von Filmprojekten. „Derzeit haben wir einen Vorsprung anderen Regionen gegenüber, den wir nutzen müssen.“ resümiert der Filmbeauftragte.

Das ist auch der Grund, warum man das Projekt bei der Tourismuszentrale Fichtelgebirge angesiedelt hat. In enger Abstimmung mit dem Leiter Ferdinand Reb kann Michael von Hohenberg so auf ein schon bestehendes Netzwerk in der Region zurückgreifen. Reb sieht im Projekt eine Chance für die Region, ihr Potential auch auf anderen Wegen zu vermarkten. Nicht zuletzt ist es eine günstige Möglichkeit die Region Millionen von Menschen zu zeigen. „Wenn nur ein bekannter Schauspieler in einem Interwiew unsere Region positiv erwähnt, dann ist das mehr wert, als hunderttausende von Flyern, die wir für viel Geld drucken lassen.“ stellt von Hohenberg fest und ergänzt „Im direkten Geldvergleich war der aktuelle Kosten-Nutzen-Faktor 1:70, was heißt, jeder eingesetzte Euro ist von Filmprojekten 70-Fach in der Region wieder ausgegeben worden.“ Rückläufe über den Tourismus sind nur schwer bezifferbar, aber Nachweisbar vorhanden.

Durch die enge Zusammenarbeit mit der Filmförderung Bayern ergeben sich derzeit weitere Möglichkeiten Filmprojekte zu bekommen. Manchmal kann es bis zu drei Jahren dauern, bis ein Projekt auch wirklich gedreht wird. Nicht jede Anfrage oder Motivtour erzielt sofort Ergebnisse. Für 2016 ist ein Fichtelgebirgskrimi geplant und auch das internationale Uranium Filmfest will 2015 wieder in die Region kommen. Wann der Frankentatort kommt, ist laut dem Filmbeauftragten nur eine Frage der Zeit und auch ein Film mit Hollywoodstars ist nicht abwegig. Wichtig ist dabei vor allem die Mithilfe der Bevölkerung, die bei Dreharbeiten immer irgendwelche Einschränkungen hinnehmen muss. Allerdings sind diese überschaubar und von kurzer Dauer.

Im Januar wird der Verein Filmregion e.V. gegründet, der das Projekt unterstützen und auch studentische Filmprojekte fördern soll. Interessierte sind gerne willkommen. Eine regionale Filmförderung, wie sie der Theaterintendant Michael Lerchenberg am Forum Luisenburg ins Gespräch gebracht hatte, macht in den Augen von Michael von Hohenberg wenig Sinn, da die Filmförderung Bayern für die Region zuständig und mit mehreren Million hervorragend ausgestattet ist. „Mit den paar tausend Euro, die wir bieten könnten, lockt man keinen großen Produzenten, aber eine gute Filminfrastruktur und ein offenes Ohr für die Bedürfnisse sind Gold wert. Damit sind wir hier meiner Meinung nach gut aufgestellt.“ weiß der Filmbeauftragte.

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