Vorwort

„Es war der 14. April 1831, als der königlich-bayerische Kapitels-Senior, Pfarrer und Schul-Inspektor Anton Christian David Ellrodt in der schönsten Reife seiner Manneskraft und Amtstätigkeit sein Tagewerk beschloss und seinem tatenreichen Leben ebenso schnell als unerwartet, ein Ende gesetzt wurde. Die aufrichtige und innige Teilnahme, die er zu jeder Zeit und bei allen Anlässen an den Tag legt, hatte schon früh seine Aufmerksamkeit auf die geschichtliche Erforschung der Vorzeit seines ihm so teueren Pfarrsprengels gerichtet und der Erfolg seiner Bemühungen veranlasste ihn bald zu dem Entschluss, die gewonnenen Resultate in einer eigenen Bearbeitung der Nachwelt zu überliefern. So entstand mit dem allseits bekannten `Ellrodt-Buch´ die Beschreibung von Gefrees und der zum Pfarrsprengel gehörenden Ortschaften. Gleichzeitig überliefert diese Buch den geschichtlichen Werdegang von Gefrees aus jener Zeit. Für die Geschichts- und Heimatforscher ist dieses Werk eine willkommene und dankenswerte Gabe, für die Kirchengemeinde gleichsam ein Denkmal der Liebe zur Heimat und ein teueres Vermächtnis.“ Diese Zeilen sind dem Mann gewidmet, der das Buch schrieb, von dem heute nur noch sehr wenige Exemplare existieren – das `Ellrodt-Buch´. Und wer immer auch den Vorzug hatte, Einblick in dieses Werk zu nehmen, wird mit Ehrfurcht darin geblättert haben. Verfasste es doch ein Mitglied jener Sippe, die in Gefrees ein gewaltiges Stück Geschichte mitgeschrieben hat – ein Mann aus der Dynastie jener Familie, die einer Straße in Gefrees und einer Schule ihren Namen gaben.

Von Ellrodt niedergeschrieben . . .

Gefrees, ein angenehmer und feiner Ort unter allen seinesgleichen, im Landes das `schönste Landstädtchen´, dessen Hauptstraße nach Sachsen und Böhmen führt und wegen seines schönen Feldbaues als sehr nahrhaft gilt. Ein Ort, der wie die früheren Urkunden besagen…

Kornbach oder Lübnitz

Die noch heute auftretende Frage, ob der Bach nach seinem Zusammenfluss unterhalb des Sportplatzes den Namen Kornbach oder Lübnitz trägt, wird wohl nie geklärt werden, denn auch Ellrodt lässt dies offen ...

Naturprodukte bei Ellrodt…

Der Boden ist leicht und kalt und nicht sehr fruchtbar. Er hat zur Erwärmung und Fruchtbarmachung viel Dünger nöthig. Man ackert noch die alten schmalen wendischen Beete, um durch die vielen Furchen dem überflüssigen Wasser leichter Abfluss zu gewähren und der Luft mehr Oberfläche darzubieten...

Über die Nahrungsquellen

Die vorzüglichsten Erwerbsquellen der hiesigen Bewohner sind der Feldbau, die Viehzucht und der Viehhandel. Auf den erstern wird möglichster Fleiß verwendet und kein Hinderniß gescheut, um den Ertrag zu erhöhen und öde unbenützte Gegenden zu kultivieren...

Zur Ortsbeschreibung selbst

Der Markt Gefrees, der aus einer 2040 Fuß langen und 75 Fuß breiten schönen, ebenen Hauptstraße und einer größten Theils auch gepflasterten Nebengasse, die Vorstadt genannt, besteht und durch den Kornbach in der Länge durchschnitten wird, liegt 5 Stunden von Baireuth…

Beschreibung der umliegenden Ortschaften

Während zum Beispiel Cremitz heute ein fester Bestandteil von Gefrees ist, sah es zur Zeit Ellrodt so aus: „Cremitz ist ein Vorwerk von 3 Bauernhäusern und 24 Seelen. Es ist nur ungefähr 50 Schritt von Gefrees entfernt...

Geschichte und Ursprung von Gefrees

Die Meinungen über den Ursprung gründen sich auf keine historischen Urkunden, vielmehr stehen Vermutungen und Traditionen Pate. Unser Geschichtsschreiber Ellrodt berichtet, dass einige den Namen von einem folrenwald – kinforenen Gehölze – ableiten und behaupten…

Das graue Altertum

In die dunkle Zeit der Sage und der Urbewohner versucht Ellrodt folgendes Licht zu bringen: „So gerne ich in jenes graue Atherthum der Urzeit unserer Gegend blicken und den dichten Vorhand der diese unsern Augen verbirgt, lüften zu können wünschte, so entzieht sich diese…

Erwerbsquellen in Gefrees

In seinen weiteren Ausführungen streift Ellrodt auch die Erwerbsquellen im hiesigen Gebiet. Hier führt er unter anderem das „Kohlenbrennen“ an. Neben dem „Pechscharren“ gehörte es zur vorzüglichsten Beschäftigung unserer Vorfahren. Allerdings verbot es König Ludwig der Bayer auf sieben Jahre…

Die kirchliche Geschichte

Die Religion der Urbewohner unserer Gegend bestand in der Verehrung slavischer oder heidnischer Götzen. Ihre angesehendsten Priester und Priesterinnen waren Glieder des durch Kaiser Claudius in Gallien unterdrückten celtischen Priesterordens der Druiden…

Kriege und unglückliche Vorfälle

Nachdem Ellrodt in seinem Werk über verschiedene Schenkungen und Stiftungen berichtet, auf die wir nicht näher eingehen wollen, befasste er sich auch mit unglücklichen Vorfällen (besonders in den jeweiligen Kriegswirren)...

Das Gefecht bei Gefrees und Berneck

Wer heutzutage dem anmutig gelegenen Kurort Berneck entweder als Erholungsbedürftiger oder nur als gewöhnlicher Fußwanderer zustrebt, dem wird es, wenn er nicht gerade ein Forscher in der Spezialgeschichte der Gegend ist, wohl kaum bekannt sein, dass an dieser Stätte des Friedens und der Ruhe…

Brandunglücke in Gefrees

Das schon in den Kriegsjahren 1450 und 1553 mit Feuer und Brand verheerte und eingeäscherte Gefrees wurde im Jahre 1718 wieder Opfer einer solchen Katastrophe. Am 3. Juli, nachts um ein Uhr, brach in einem Wohnhaus nahe der Kirche Feuer aus und die Kirche samt Turm sowie Pfarr-, Schul- und Rathaus…

Andere Unglücksfälle

Wenn einer nicht gerade ein Forscher in der Spezialgeschichte der Gegend ist, wohl kaum bekannt sein, dass an dieser Stätte des Friedens und der Ruhe, der Erholung und des Naturgenusses einstmals wilder Kriegslärm und lautes Kampfgeschrei tobte und dass oberhalb und unterhalb des Städtchens…

Naturerscheinungen und Medizinalwesen

1643 wurde ins Heiratsregister eingetragen: „Heinrich Tulp, Fleischhacker, und des Leonh. Tulpens Rathsfreund und Metzgers dahier Sohn, hat den 18. Nov. Hochzeit gehabt mit der Tochter des Hrn. Simon Schlenk Gastwirths dahie.“ Am Rande wird vermerkt: „ Die Praut hat vier Augen gehabt.“…

Einheimische Vereine

Im weiteren Teil werden dann auch die einheimischen Vereine beschrieben und hier als erster die Leichenbrüderschaft. Diese wurde 1750 vom Amtskastner J. G. M. Schlund und dem damaligen Stadt- und Gerichtsschreiber G. Fr. Walther gestiftet. Sie hatte die Beerdigung sowohl der Mitglieder…

„Miscellen“ (Vermischtes, Sonstiges)

1601 hat in Bayreuth und der hiesigen Gegend die Pest grassiert, die fünfmal hierher und auch nach Zell getragen wurde. 60 Personen starben in diesem Jahr in der Pfarr. 1634 lag während der Pestseuche der Dienstknecht Küfner aus Zettlitz sechs Tage lang auf dem Haselhof in Romings Stadel ohne Speise und Trank...

Nach dem Tod von Pfarrer Ellrodt

Nach dem Tode von Pfarrer Ellrodt blieb und bleibt manche Lücke in den geschichtlichen Aufzeichnungen über Gefrees. Fest steht, dass im Jahre 1830 die Zahl der Häuser in Gefrees auf 153 mit 1498 Einwohnern angestiegen war...

Der Titel „Stadt“ Gefrees

Es war nur allzu verständlich, dass sich die Gefreeser eifrig bemühten, den Titel „Stadt“ zu erlangen. Schon am 19. Juli 1826 wendete sich der Magistrat an die Regierung der Obermainkreises in Bayreuth um Zuerkennung dieses Prädikats...

Zeitalter der Industrialisierung

Der unermüdliche Einsatz der Gefreeser war nicht zuletzt ausschlaggebend, dass ihnen der Bayernkönig das Stadtrecht verlieh. Am 18. August 1881 starb Bürgermeister Jahreiß und wurde –mitten aus seinem Wirken zum Wohle dieser Stadt herausgerissen und die Einwohnerschaft musste…

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