Auch von vielen Brandunglücken wurde Gefrees immer wieder heimgesucht.

Das schon in den Kriegsjahren 1450 und 1553 mit Feuer und Brand verheerte und eingeäscherte Gefrees wurde im Jahre 1718 wieder Opfer einer solchen Katastrophe. Am 3. Juli, nachts um ein Uhr, brach in einem Wohnhaus nahe der Kirche Feuer aus und die Kirche samt Turm sowie Pfarr-, Schul- und Rathaus und die weiteren 90 Gebäude und Stadel, darunter vier Gasthöfe, eine Mühle und das obere Torhaus, brannten ab. Da eine langanhaltende Hitzewelle alles dürr werden ließ gab es keine Rettung, umsomehr, als sich auch noch ein starker Wind erhob. In dem Urbar der Vogtei Marktschorgast wird über diesen Brand folgendes berichtet: „Anno 1718, 3. Juli, hatt nachts umb 12 Uhr das Wetter in des alten Brauns Haus, zu gefrees geschlagen und nicht allein dieses haus sondern 36 andere, 50 Städel, Kirche, Pfarr-, Schul- und Rathaus abgebrannt, ist erbärmliches und Schreckliches Feuer gewesen und hat bis 8 Uhr zu frühe gewehret unter obigen gebäuden ist des Kastners Matheß Ellrodens neues und propres Huaß gewesen und währe der gute Mann eben zu Bayreuth. Gott tröste diese arm und sehr betrübte sonst sehr nachbarlichen Leuthe und uns erhalte er vor dergleichen Übel. Amen. Die Kirche ist dergestalt ruiniret worden, das Kein Klokhen gang und das Mauer Werkh, Schiefer und Ziegel völlig zerschlagen. Das Elend kann hier nicht genug beschrieben werden, massen die 4 schöne gasthöff mit verbrannt.“

Im Jahre 1750, am 4. Juli, brach in einem Stadel hinter dem Gasthaus „Zum Goldenen Löwen“ Feuer aus, worauf fünf weitere Häuser eingeäschert wurden. Am 27. September 1757 gab es im Anwesen des Gastwirts Johann Georg Glaser ein entsetzliches Feuer, durch welches 31 Häuser und 27 Stadel in Schutt und Asche gelegt wurden. Neun Häuser und elf Scheunen fielen einem Brand am 1. März 1815 zum Opfer, der im Haus des Taglöhners Johann Heidenreich in der Vorstadt entstand. Am 1. September 1831 wurden in Tannenreuth sieben Häuser eingeäschert. Auch Streitau wurde im Jahre 1683 von einer Feuersbrunst heimgesucht, wobei die eine Seite fast vollständig abbrannte. Dieses Feuer soll von feindlichen Soldaten gelegt worden sein.

Vor über 100 Jahren, am 24. September 1872, ist Gefrees dann zum letzten Male abgebrannt. Das zu dieser Zeit sehr betriebsame Städtchen wurde dadurch in seiner Entwicklung ungemein gehemmt und fast vollständig ausgelöscht. Das Unheil, das in der Vorstadt seinen Anfang nahm, brach über Gefrees herein und brachte die arbeitsame Einwohnerschaft um die Früchte ihres Fleißes. Angefacht von einem heftigem herbstwind wurde die ganze Stadt von der Feuersbrunst ergriffen und dieser Schicksalsschlag machte die Einwohner bettelarm. Die ganze innere Stadt war eine einzige Ruine. Die Abgebrannten irrten umher, nur um sich das Notwendigste zusammenzusuchen.

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