Im weiteren Teil werden dann auch die einheimischen Vereine beschrieben

Im weiteren Teil werden dann auch die einheimischen Vereine beschrieben und hier als erster die Leichenbrüderschaft. Diese wurde 1750 vom Amtskastner J. G. M. Schlund und dem damaligen Stadt- und Gerichtsschreiber G. Fr. Walther gestiftet. Sie hatte die Beerdigung sowohl der Mitglieder, als auch derjenigen, die keiner hiesigen Handwerksinnung angehörten, zum Zweck. Die Zahl der Mitglieder wurde auf 30 festgesetzt. Diese Vereinigung besteht bis zum heutigen Tag. Ellrodt schreibt darüber: „Die Gesellschaft hat ihre Vorsteher, Ladenschreiber samt Collekteur. Jedes Mitglied hat einen fränkischen Gulden und sechs Kreuzer Einschreibegebühren und vierteljährlich zwei Groschen zu bezahlen. Wenn ein Mitglied stirbt, so werden nicht nur alle Leichenkosten an die Geistlichkeit aus der Kasse bestritten, sondern auch die Leiche von der Bruderschaft zu Grabe getragen. Vor der Beerdigung kommt die Brüderschaft im Hause des Vorstehers zusammen, geht im Conducte zum Haus des Verstorbenen und kehrt nach der Beerdigung zum Hause des Vorstehers sogleich zurück, wo sie von den Hinterbliebenen 40 Maß Bier und je 2 Kreuzer Brot erhält, ohne dieselben im geringsten zu belästigen. Für solche, die nicht zur Brüderschaft gehören, von dieser aber verlangt wird, dass sie den Verstorbenen trage und begleite, wird das Nämliche als bei den Mitgliedern beobachtet, außer, dass das Honorar der Freigiebigkeit der Verwandten überlassen wird. Auf unsittliches Betragen, Fluchen, Schwören, Zanken, Schlägereien und Widerspenstigkeiten sowohl beim Leichentrunk als auch außerhalb diesem, steht eine Strafe von zwei Kreuzern zur Kasse.“

Daneben gab es auch noch die Leichen-Societät. Am 20. März 1799 wurde diese Gesellschaft auf Anregung des verstorbenen Pfarrers Füssel gegründet. Dieses Institut bestand aus 267 männlichen und weiblichen Mitgliedern. Bei jedem Todesfall mussten je Mitglied 15 Kreuzer bezahlt werden, damit die Hiterbliebenen sofort nach dem Ableben desselben 50 Gulden erhalten konnten. Nach den bestehenden Gesetzen wurde kein Mitglied unter 16 oder über 40 Jahren aufgenommen. Diese Gesellschaft war gleichzeitig eine Sparkasse, die in der Hauptsache den Minderbemittelten zugute kam.

Auch ein geselliger Verein wird genannt, der 1814 gegründet wurde. Die Gesetze dieser, zur geselligen und anständigen Unterhaltung vereinigten Gesellschaft, gründeten sich auf strenge sittliche Grundsätze. Sie kam nur in den Abendstunden des Sonntags zusammen und durfte, von besonderen Anlässen abgesehen, die Polizeistunde nicht überschreiten. Tadelloses Betragen war unerlässliche Bedingung für die Aufnahme. Hasardspiele und unanständige oder beleidigende Gespräche waren grundsätzlich verboten. Zum jährlichen Gründungstag traf man sich zu einem gemeinsamen frohen Mahl mit Musik.

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