Erwerbsquellen im hiesigen Gebiet

In seinen weiteren Ausführungen streift Ellrodt auch die Erwerbsquellen im hiesigen Gebiet. Hier führt er unter anderem das „Kohlenbrennen“ an. Neben dem „Pechscharren“ gehörte es zur vorzüglichsten Beschäftigung unserer Vorfahren. Allerdings verbot es König Ludwig der Bayer auf sieben Jahre. Ellrodt schreibt: „Die von dem Bauersmann Sebastian Popp zu Cremitz noch jetzt besitzende Gerechtigkeit, das Pech in einem geschlossenen Walddistrikte scharen zu dürfen, erinnert uns noch immer an jene Zeit.“

Über den Bergbau wird folgendes berichtet: „Burggrafen Friedrich I. V. angelegentlicher Wunsch war es, den Unterhalt seiner Unterthanen nicht nur immer mehr zu sichern, sondern auch den Wohlstand seines Landes mehr zu fördern. Er richtet daher sein Augenmerk auf den Bergbau und suchte deshalb vom König Ludwig dem Baier im Jahre 1323 die Erlaubnis zu erhalten, Gold- und Silbergruben öffnen und eigenthümlich besitzen zu dürfen. Dass auch in der Gegend von Gefrees der Bergbau eifrig betrieben wurde, möchte schon daraus erhellen, dass Burggraf Friedrich eigene Berggerichte zur Aufbringung des Bergwesenes anordnete, das seine „Bergtage“ zu Gefrees und Goldkronach hielt und unter dem Oberberg und Zimmergericht zu Wunsiedel und Weißenstadt stand.“

M. J. Will, Pfarrer in Creußen, rühmt in seinem „deutschen Paradies des trefflichen Fichtelbergs“ die ergiebigen Silbergruben bei Gefrees. Er behauptet, dass dieser Erwerbszweig viel zur Vergrößerung des Marktes beigetragen habe. In einer Beschreibung von Goldkronach ist unter anderem der Stollen auf der „Hoffnung zu Gott“ beim Markus-Weiher an der Landstraße von Gefrees nach Weißenstadt abgegeben. Vielleicht war dies der Stollen, den Pfarrer Will „bei dem Knopfhammer auf der Gnade Gottes“ gemeint hat, denn beim Marktweiher bei Tannenreuth, wo auch der Knopfhammer gelegen haben soll, war zur Zeit Ellrodts noch ein offener Schacht auf einer beholzten Anhöhe. Auch bei Zettlitz gab es schon 1477 und bei Lübnitz 1483 Bergwerke. Weshalb der Silberbergbau in diesem Gebiet eingestellt wurde, konnte auch Ellrodt nicht beantworten. Nie wurde der Beweis erbracht, dass es an der Ergiebigkeit der Erze gemangelt hätte.

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