Geschichte und Ursprung von Gefrees . . .

Die Meinungen über den Ursprung gründen sich auf keine historischen Urkunden, vielmehr stehen Vermutungen und Traditionen Pate. Unser Geschichtsschreiber Ellrodt berichtet, dass einige den Namen von einem folrenwald – kinforenen Gehölze – ableiten und behaupten, daß der erste Ansitz „Kinnföricht“ oder, um es anders auszusprechen, „Geförles“ oder „Kefferlas“ benannt wurde, worauf Gef – r – es entstanden sein soll. Nach der allgemeinen Meinung jedoch, stammt diese Benennung von einer altdeutschen Wirtschaft ab, welche in dieser „unwirtlichen“, „waldigen“ Gegend für Reisende und Fuhrleute angelegt wurde. Wörtlich heißt es: Obgleich über die `Reuth´ und `Zauschen´ auf die hohe Tanne nach dem Hutherbrunnen zu, auch ein Weg gieng, so gieng doch die Hauptstraße von Böhmen und Sachsen hier durch (An der Reuth soll in frühesten Zeiten der Sage nach ein Beherbergungshaus für die Reisenden jenes Weges gestanden haben). Da Kaiser Friedrich I. um das Jahr 1179 sich meistens zu Eger aufhielt und sich die deutschen Fürsten häufig um ihn versammelten, weshalb die Landstraße „Egra“ lebhaft befahren war, so war dahier eine Bewirthungs- und Beherbergungsanstalt ein um so dringenderes Bedürfnis, zumal da sich beide Straßen hier kreuzen. Das noch immer vorhandene und mit einem steinernen Löwenkopf bezeichnete Eckhaus hinter dem Pfarrhaus (das heutige Nüssel´sche Anwesen), wo sonst die Straße vorbeigegangen sein soll, sowie die Mittelmühle und noch ein Haus in der Vorstadt werden heute noch für die ersten Häuser ausgegeben. Das Wirtshaus wurde `zum sieben Würsten´ genannt und hat später den Schild zum schwarzen Adler geführt, der sich nun an dem vom Kastenbeamten M. J. Ellrodt erbauten Hause befindet und sich in einem goldenen Adler verwandelt hat. Der letzte Besitzer dieses Hauses, Amtmann und Rath Schlund, hat 1766 mit damaligem Eigenthümer des Gasthauses zum schwarzen Adler, Zapf, getauscht und dieses hat die wirtschaftliche Gerechtigkeit mit dorthin übertragen.“

Von diesem Wirtshaus also soll der Name Gefrees seinen Ursprung haben, weil besonders die Fuhrleute nicht nur froh waren, wenn sie den Ort in dieser damalig wilden Gegend erreichten, sondern weil auch eine ausgezeichnete Verköstigung mit Wildbret, Forellen, Grundeln und anderen guten Fischen und Speisen – oder nach altdeutscher Mundart ein guter

F r a a ß oder G e f r ä ß – nämlich ein gutes Essen, zu erhoffen war. Diese Fassung erscheint wahrscheinlicher und natürlicher als die erstere, gezwungene Behauptung zu sein, daß Gefrees aus G e f ö r l e s entstanden sei. Auch das hiesige Kirchenbuch vom Jahre 1635 sah den Anfang des Ortes so: „Gefrees ist anfänglich nur ein Wirthshaus oder Gasthof gewesen, zur Siebenwurst genannt, an dem ort, welcher anjetzo Bernhaut genannt wird, am Löwen Gäßlein, weiln daselbst gut zehren gewesen und man um ein billiges geld ein gut Gefräß hat haben und bekommen können, als istvermuthlichen der Name daher erwachsen und Gefrees wegen der schnabelwaid, genannt worden.“

Gefrees kann schon früher als 1179, als Kaiser Friedrich I. (der Rotbart genannt, er hatte Adelheid, die Prinzessin des Markgrafen Diepold von Vohberg zur Gemahlin und erhielt durch sie Eger mit dem Egerländlein) die Eröffnung dieser Landstraße veranlasste, bestanden haben, da sich der angesehene Graf Beringer von Sulzbach mit seinem berühmten Landsmann und Zeitgenossen, dem Bischof von Meran – dem Heiligen vom Bamberg - um den Anbau der fichtelbergischen Gegend bei Berneck, Gefrees und Bischofsgrün in den Jahren 1102 – 1139 sehr verdient machte und in den Namen Berneck, Bernreuth, Birnstengel, Bernbächlein und Berngrün bei Kornbach den Namen Beringer auch für immer verewigte. Auch die Klöster Weissenlohe 1131, Heilsbron 1132, Langheim und Marienweiher verdanken diesen beiden ihre Errichtung und Verherrlichung.

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