Unter „Miscellen“ (= Vermischtes, Sonstiges) bemerkt Ellrodt:

1601 hat in Bayreuth und der hiesigen Gegend die Pest grassiert, die fünfmal hierher und auch nach Zell getragen wurde. 60 Personen starben in diesem Jahr in der Pfarr. 1634 lag während der Pestseuche der Dienstknecht Küfner aus Zettlitz sechs Tage lang auf dem Haselhof in Romings Stadel ohne Speise und Trank. Drei Tage ließ man den vermeintlichen Toten liegen, bis der Totengräber aus Berneck ankam, um ihn zu beerdigen. Als dieser den Stadel öffnete, rief ihm der „Verstorbene“ entgegen: „Wie hungert mich, gebt mir was zu essen.“ Dieser Mensch lebte noch lange danach.
1655 hat Pfarrer M. Jacob Ellrodt das Röhrenwasser in den Pfarrhof führen lassen. Er schrieb darüber ins Kirchenbuch: „Umb S. Laurentii hab ich ein röhr Wasser von der Opelgasse herab in den Pfarrhof führen lassen mit Darlegung meines eigenen Geldes (welches mir aber das Gotteshauß nach Jahr und Tag wieder erstatten soll) hat mich ohne das Röhrenholz, welches die Bauernschaft auf mein Bitten verehrt, 24 Gulden gekostet. Ist vorher für unmöglich gehalten worden.
1655 hat derselbe Pfarrer zur Schonung des Gotteshauses dem Gastwirt Daniel Schlenk die Hälfte des Pfarrwassers unter der Bedingung abgetreten, dass er auch die Hälfte der Kosten jederzeit übernehmen solle.
1656, am 7. Mai, wurde das erste Gregoriifest von der Schuljugend veranstaltet und an die 10 Gulden gesammelt. 1658 herrschte vom neuen Jahr an ein ungemein strenger Winter, so dass viele Menschen erfroren.
1670 ist am 20. Juni ein Markgraf von Rom, der, weil er evangelisch war, dort 4 Jahre eingekerkert wurde, hier über Nacht geblieben. Seine Güter hatte man ihm abgenommen. Er trug den Namen Johann Baptista de Serra. Das Gotteshaus hat ihm acht, der Pfarrer vier Groschen gegeben und vom Rat wurde die Zehrung bezahlt. Er stammte von dem berühmten Pompeischen Geschlecht ab und der damalige Papst Alexander VII. war sein Onkel.
1672, am 10. Mai sind die Römischen und Ungarischen Majestäten Joseph I. und seine Gattin nebst drei Fürsten und vielen hohen Herren in Gefrees über Nacht geblieben, als sie gegen Frankreich zu Felde zogen. Sie haben sämtlich im Schlenkischen Gasthof logiert und alle „Victualien“ bei sich gehabt, so dass an solchen von hier wenig beigetragen werden durfte. Hafer, Heu und Stroh für die Pferde, von denen sie über 700 bei sich hatten, sind ihnen jedoch zur genüge unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden. zur Bespannung der Pagage waren 1000 Pferde nötig, wozu die Ämter Hof, Münchberg, Stockenroth und Bayreuth beitragen mussten. Tags zuvor war schon ein größerer Zug der Pagage mit 1100 Pferden und unzähligen Wagen von früh um 5 bis ½ 10 Uhr ununterbrochen hier durchgezogen.
1673, am 20. März, wurde beschlossen, weil Kriegsunruhen nahten und dieser Ort allenthablen offen war, Schlagbäume und Schieberiegel anzubringen.
1674 hat das Pfund Rindfleisch 9 Pfennige, das Schweinefleisch 3, Kalb- und Schöpfenfleisch 6 und die Maß Bier sieben Pfennige gekostet.
1677 wurden beide Marktweiher verpachtet, der eine an der Weißenstädter Straße, der andere an der Leimengruben. „Die Pächter sollen, wenn gefischt wird, jedem Bürger 1 Pfund, den Rathsfreunden 1 ½ Pfund, Bürgermeister und Stadtschreiber 2 Pfund Karpfen überlassen. Auch die Geistlichen, Kastner und deren Gesellen sollen etwas davon erlagen und wenn sichs thun ließe, auch Pertschen und Hechte.
1725 wurde ausgemacht, dass bei Leichen vom Herrenstand so lange geläutet werden solle, bis die Prozession in die Gottesackerkirche eingetreten sei. Bei Personen von geringerem Bürgerstand, bis über die Brücke und bei Bauern bis sie zum Tor hinaus sei.
1732 kamen am 11. April 842 Salzburger Emigranten hier an, die wegen ihrer Religion aus ihrem Vaterland nach Preußen auswanderten. 1812 wurde am 20 Juni nachts der Opferstock in der hiesigen Kirche von räuberischen Händen gewaltsam erbrochen und die Einlage von fünf Sonntagen gestohlen.
1825 wurde Johann Lorenz Brey wegen bei der Einöde von Philip Zapf bei Fleisnitz verübter Brandstiftung zum Tode und später zu schwerer Kettenstrafe verurteilt. Außerdem erfolgte öffentliche Ausstellung durch den Scharfrichter Knecht.

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