Auch von auffallenden Naturerscheinungen und dem Medizinalwesen berichtet Ellrodt

1643 wurde ins Heiratsregister eingetragen: „Heinrich Tulp, Fleischhacker, und des Leonh. Tulpens Rathsfreund und Metzgers dahier Sohn, hat den 18. Nov. Hochzeit gehabt mit der Tochter des Hrn. Simon Schlenk Gastwirths dahie.“ Am Rande wird vermerkt: „ Die Praut hat vier Augen gehabt.“ Am 17. Juli 1782 verspürte man nachts um 22 Uhr einige Minuten lang eine Erschütterung in der Gegend von Gefrees, Bischofsgrün, Sparneck und Weißenstadt. Es war im Frühling und Sommer sehr kühl, so dass man noch einheizen musste. Außerdem herrschte ein Katarrhfieber, an welchem viele Menschen starben. Allein in demselben Jahr verzeichnete man 94 Sterbefälle. Am 25. Mai 1816 wurden von der Ehefrau des J. Thomas Vogel zu Metzlersreuth Zwillinge tot geboren, die von der Magengegend an zusammengewachsen waren. Brust und Kopf waren frei und einander zugekehrt. Jedes Kind hatte das andere über die Schulter umarmt.

Auch dem Medizinalwesen widmete Pfarrer Ellrodt einen wichtigen Abschnitt in seinem Werk. Nicht zuletzt schon wegen seinem persönlichen Freund, dem Apotheker Heinrich Christian Funck, der sein Zeitgenosse war. Funck wird nicht zu Unrecht als der „Botaniker des Fichtelgebirges“ bezeichnet. Er übernahm am 29. September 1803 die Apotheke in Gefrees. In seiner Freizeit widmete er sich der Erforschung der Pflanzenwelt unseres Fichtelgebirges und gelangte besonders als Kenner der Moose und Farnkräuter zur Berühmtheit. 1821 wollte man ihn unbedingt als Professor nach Berlin verpflichten. Doch er wollte sein geliebtes Fichtelgebirge nicht verlassen. Der Mann, der dreimal zum Gefreeser Bürgermeister gewählt wurde, meinte: „Es ist mein Paradies, wegzugehen wäre Sünde.“ 1830 erbaute er sich ein Haus gegenüber der heutigen Stadthalle. Als er am 14. April 1839 starb, wurde er unter Begleitung der gesamten Bürgerschaft zu Grabe getragen. Sein Grabdenkmal steht noch heute in der Parkanlage neben der Gottesackerkirche.

Teilen: