Auch die Naturprodukte streift Ellrodt in seinem Werk:

„Der Boden ist leicht und kalt und nicht sehr fruchtbar. Er hat zur Erwärmung und Fruchtbarmachung viel Dünger nöthig. Man ackert noch die alten schmalen wendischen Beete, um durch die vielen Furchen dem überflüssigen Wasser leichter Abfluss zu gewähren und der Luft mehr Oberfläche darzubieten. Unter allen Feldfrüchten sind die Kartoffeln die ergiebigsten. Diese gedeihen nicht nur sehr, sondern auch von besonderer Güte. Auch der Flachs gerät in der hiesigen Gegend sehr gut und es wird von den Bewohnern ein nicht unbedeutender Handel damit getrieben. Den Gartenfrüchten scheint dieses Klima nicht wohl geeignet zu sein, denn sie wollen nicht gedeihen. Obgleich fast jeder Bürger und Landmann sein Gärtlein hat, so werden doch ungemein viel Gartenfrüchte von Baireuth und Bamberg in hiesiger Gegend verkauft. Obgleich das hiesige rauhe und physikalische Klima im Allgemeinen das Gedeihen zarter Pflanzen hindert, so ist diese Gegend doch nicht arm an seltenen phanerogamischen Pflanzen. Mein schätzbarer Freund, der Apotheker und Bürgermeister Christian Heinrich Funck, dahier, hat die Güte, mir im Pfarrdistrikte Gefrees über 700 einheimische Pflanzen, Farrenkräuter und Moose zu bezeichnen“. Diese 700 Kräuter sind im Ellrodtbuch auch tatsächlich in ihrer lateinischen Bezeichnung niedergeschrieben. „Auch der Mineralog“, so stellte Ellrodt fest, „findet in hiesiger gegend reichliche Befriedigung. So werden Chyaslolit im Tonschiefer bei Gottmannsberg. Hornblendeschiefer mit Pistazit und Malakolit in Böseneck und Kastenmüllers-Bühl, Granat bei Grünstein, Albit bei Lübnitz, auch hie und da Quarz und Glimmer gefunden. Die Hauptmasse unseres Gebirges ist der Granit. Außerdem findet man Tonschiefer bei Hämmerlas, Allaunschiefer bei Tannenreuth (wo noch im Jahre 1733 gebrochen wurde, Gneis am Putzenberg und Kieselschiefer in der Gegend von Zedlitz, der für die Chaussee verwendet wird und sehr schön marmoriert ist“.

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