Zur Ortsbeschreibung selbst wird folgendes angegeben:

„Der Markt Gefrees, der aus einer 2040 Fuß langen und 75 Fuß breiten schönen, ebenen Hauptstraße und einer größten Theils auch gepflasterten Nebengasse, die Vorstadt genannt, besteht und durch den Kornbach in der Länge durchschnitten wird, liegt 5 Stunden von Baireuth, ebensoviel von Wunsiedel und Hof, 4 Stunden von Kulmbach, 1 ½ Stunden von Berneck und 2 Stunden von Münchberg. Es befindet sich beinahe im Mittelpunkt dieser Städte und hat deshalb eine ungemein lebhafte und befahrne Straße, die mitten durch den Markt geht, und der Commun jährlich 710 Thaler vom verpachteten Pflastergeld einträgt. Gegen Mittag erhebt sich dicht vor Gefrees der sich bis nach Grünstein hinziehende und sehr gut angebaute Putzenberg, der mit dem Raithberg in enger Verbindung steht. Die Aussicht des Städtchens öffnet sich gegen Morgen nach Neuenreuth, wo sie aber durch den Galgenberg und gegen Abend durch den Kessel- und Lützenreuther Berg ganz nahe beschränkt wird. In der ganzen Umsicht vom Gipfel des Putzenberg aus bemerkt man beinahe 40 größere und kleinere Ort und Einzeln.
Der ganze Markt umfasst 153 Häuser ohne die Scheunen und Schupfen und enthält 344 Familien mit 1498 Seelen. Im Jahr 1786 waren nur 120 Wohnhäuser ohne die zwei Kirchen, zwei Bräuhäuser und dem Schlachthaus. 1692 standen beinahe 90 bürgerliche Häuser im Markt, also hat sich Gefrees seit 139 Jahren um 65 und seit 45 Jahren um 33 Wohnhäuser vermehrt. Zu der angegeben Zahl sind folgende mitgezählt:

Das Pfarrhaus. Das jetzige Pfarrhaus ist ohne Zweifel schon bei der Einrichtung der hiesigen evangelischen Pfarrei zur Wohnung des Pfarrers bestimmt worden. Es mag wohl lange ein sehr kleines unbedeutendes Häuslein gewesen sein, das im hinteren Theile desselben aus dem Viehstall und im vorderen Theil auch nur aus einem Stockwerke mit einem Erker bestand. Erst im Jahre 1668 hat der Pfarrer M. Jac. Ellrodt den Antrag gemacht, dass auf dem hinteren Haus noch ein Stockwerk mit einem Studierstüblein und einigen Kammern gebaut werden solle, weil er seinen Sohn M. Ph. Andr. Ellrodt als Subsitut annehmen wolle. 1553 und 1718 ist dieses Haus auch jeweils abgebrannt.

Das neue Schulhaus, das im Jahr 1822 von Grund aus auf dem zum Chantorat vom Rathsburger Michael Heinrich gestifteten Schulgarten gebaut wurde, hat über der vordern Hausthüre auf einer schwarzmarmornen Tafel die Aufschrift mit goldenen Buchstaben: `Zum Unterricht der Jugend´. Am 26. März 1822 wurde der Grundstein `gegen Westen´ mit großer Feierlichkeit gelegt. Nachmittags um 2 Uhr zog man vom Rathaus aus im feierlichen `Conducte´ auf den platz des zu erbauenden Schulgebäudes und nach der Grundsteinlegung verwahrte in einer eingehauenen Öffnung Bürgermeister Funck eine Schachtel mit dem Verzeichnis über die Zeit des Baubeginns sowie den Namen der Königlichen Diener, Magistratsmitglieder und Schullehrer.“

Pfarrer Füssel hielt nach der Legung des Grundsteins eine kurze Rede inmitten einer großen Menge Kinder und Erwachsener. Er sagte unter anderem: „Der Argwohn hat das Gerücht verbreitet, ich allein sei Schuld an der Entstehung dieses neuen Schulhauses und Lästerungen über meine grauen Haare wurden ausgeschüttet, die ich doch mit Ehren trage. Ich ertrug sie mit Geduld und Stillschweigen in der Hoffnung, die Zukunft werde die Unschuld rechtfertigen.“ Wozu Ellrodt bemerkte: „Ja sie ist gerechtfertigt, edler, sehr würdiger Mann, denn dieses herrliche für drei Schulen zweckmäßig eingerichtete Schulgebäude ist jetzt die Freude der Schulgemeinde und Zierde des Orts! Jene giftigen Lästerungen verwandeln sich nun in Segen über dich und dein dabei erworbenes Verdienst wird stets ein ehrendes Denkmal der dankbarsten Erinnerung an dich sein!“

Über das Hirtenhaus steht vermerkt: „Dieses Haus war früher Sieg- oder Krankenhaus (Nosocomium) und wurde, da das alte Hirtenhaus in der Vorstadt ohnweit Cremitz zum Besten des neuen Schulhausbaues verkauft wurde, zur Hirtenwohnung verwandelt.“

Außerdem gab es damals noch folgende öffentliche Gebäude: Die Ortskirche, dem St. Johannes geweiht. Sie bildete ein längliches Viereck und maß laut Ellrodt „115 Schuh in der Länge und 48 Schuh in der Breite. Vor dem Brand 1533 scheint sie nach dem noch stehenden gewölbten Presbyterium zu schließen nur 35 Schuh Länge und 25 Schuh Breite gehabt zu haben. Neben der Kirchenthüre auf der mittäglichen Seite steht die Jahreszahl 1560, in welchem Jahr sie wieder aufgebaut und durch das Langhaus erweitert wurde. Auf der westlichen äußern Seite der Kirche über dem Haupteingang befindet sich ein eingemauerter aber vorstehender Sandstein in der Größe von 1 ¼ Schuh und in der Form eines Kelchs – vielleicht als Symbol der evangelischen Kirche. Da derselbe 1560 mit der Verlängerung der Kirche, also bald nach der Reformation, eingemauert wurde, so wird diese Meinung um so glaubwürdiger. Im Jahre 1718 am 3. Juni wurde diese Kirche wieder eine traurige Beute des Feuers. Obgleich ein großer Theil Bürgerswohnungen auch als Opfer desselben eingeäschert wurden, so beeiferte sich die Gemeinde doch, an der Wiederherstellung ihrer Kirche mitzuhelfen“. Diese Kirche sollte, wie allgemein bekannt ist, im Jahre 1872 noch einmal ein Raub der Flammen werden.

Die Gottesackerkirche, so stellt der Geschichtsschreiber fest, sei im Jahre 1594 erbaut worden, wie folgende Inschrift besagt: „Niclas Henning. Jobst Knol. Hans Pflugk. Die Meister haben diesen Bau mit ihren Geseln Anno 1594 d. 7. Mai ist der Grund gelegt und d. 2 Julii volend. Der Zeit Johann Hofmann Pfarh. Mathäus Holsteiner Vogt. Math. Glaser. B. Hans Träger. Heinrich Krines. Samet R. Conrad Krines. Thomas Schmidt.“

Im Jahre 1716 fand man diese Kirche, oder Kapelle, wie sie gewöhnlich genannt wurde, für die Gemeinde zu beschränkt und man beschloss daher, sie nicht nur zu erhöhen, sondern sie auch in Inneren besser einzurichten.
Über ihren Ursprung wird berichtet: „Nach einer Sage soll auf dem, der Gottesackerkirche zur nördlichen Seite hinter den Häusern sich mäßig erhebenden Berg in frühesten Zeiten eine Kapelle gestanden und der Gottesacker oder Leichenhof sich befunden haben. Diese Sage wird durch zwei Umstände unterstützt und wahrscheinlich gemacht. Nicht nur die an und auf der Anhöhe sich befindlichen Felder heißen Gottesacker-Felder, welchen Namen sie auch von dem jetzigen nahen Gottesacker haben könnten, sondern es hat auf einem sonst zur hiesigen Pfarr gehörigen, Hühneräckerlein genannten, verkauften Felde, auf dem die Kapelle gestanden sein soll, der jetzige Besitzer desselben Glasermeister Andreas Hering ein Gruftgewölbe von ungefähr 12 Schuh in der Breite gefunden.“

Nach 100 Jahren war dieser Gottesacker für die Stadt schon zu klein und wurde daher im April 1701 in Richtung Mühlbach um „10 Schuh und gegen den Anger um 17 Schuh“ erweitert. Die Kirchhofmauer war anfangs mit Ziegeln belegt, weshalb man wegen der kostspieligen Unterhaltung beschloss, sie 1734 mit Schalen zu belegen, wofür der königlich, polnische Legationssekretär Chr. Schlenk 30 Taler spendierte.

Folgendermaßen ist das Rathaus beschrieben: „Es befindet sich auf demselben ein Thürmlein mit einer Glocke und Uhr. Die Glocke wird nur bei entstehendem Feuer geläutet. Früher waren vor demselben die Fleischbänke, diese wurden aber von da entfernt und das baufällige Rathaus niedergerissen und 1780 von Grund aus neu aufgebaut. Auch dieses hatte mit der Kirche immer gleiches Brandunglück.“

Das Schlachthaus wurde 1779 auf einer Stelle, die eine öde Brandstätte war, gebaut, weil die alten Fleischbänke das Rathaus und den schönen Marktplatz entstellten. Im Ellrodtbuch steht wörtlich: „Es befinden sich in demselben 14 ganze oder 28 geteilte Bänke oder Schlachtgerechtigkeiten. Geschlachtet und gepfündet wird in demselben jährlich ungefähr folgendes: 45 Ochsen, 36 Kühe, 36 Kalben, 284 Kälber, 450 Schaafe und Geise, 322 Schweine. Außerdem wird von den Bürgern noch ins Haus geschlachtet und veraufschlaget: 20 Kühe, 12 Kalben, 6 Kälber, 4 Geise, 118 Schweine, also im Ganzen jährlich 1333 Stück.“

Auch dem Bräuhaus widmete Ellrodt seine Aufmerksamkeit, indem er berichtete: „Zu welcher zeit in Gefrees die Bierbrauerei ihren Anfang nahm, kann nicht mit Gewissheit angegeben werden. Im Jahr 1557 hatte Gefrees, Berneck, Goldkronach und Wiersberg diese Gerechtigkeit noch nicht, sondern musste das benöthigte Bier noch von Baireuth nehmen. Nur die wirklichen Städte hatten vor dieser Zeit die Gerechtigkeit Bier zu brauen zu dürfen, sowie nur die adelichen Burgmänner und Priester und später auch die Beamten, soviel sie zu ihrem Haustrunk bedurften, umgeldsfrei brauen durften. Wollten diese nicht selbst brauen lassen, so erhielten sie das Umgeld für ein Gebräu von dem Umgelde zurückbezahlt.“

Daß Gefrees die Braugerechtigkeit später als zum Beispiel Weißenstadt und Kirchenlamitz erhielt, kam daher, weil der Markt nur mit einem Halsgericht versehen war. Kirchenlamitz hatte nach seinem Stadtrecht schon 1374 ein „rechtes Stadtrecht mit Mulczen und Breven“ und Weißenstadt hat durch seine Abgeordneten im Landtag zu Ansbach schon 1545 einigen von seinem gebrauten Bier der fürstlichen Herrschaft als Geschenk mitgebracht.

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