Beschreibung der umliegenden Ortschaften:

Während zum Beispiel Cremitz heute ein fester Bestandteil von Gefrees ist, sah es zur Zeit Ellrodt so aus: „Cremitz ist ein Vorwerk von 3 Bauernhäusern uns 24 Seelen. Es ist nur ungefähr 50 Schritt von Gefrees entfernt. Von den 3 Besitzern musste noch 1745 bei Heereszügen ein Reisewagen und ein Pferd geliefert werden. Die Einwohner sind Mitbürger von hier. Es soll noch vor Gefrees existiert haben, was auch der wendische Name wahrscheinlich macht.“

Gottmannsberg liegt südlich an einem Bergabhang, eine Viertelstunde von Gefrees und hat eine weit geöffnete Aussicht. Es hat sieben Häuser und acht Familien mit 42 Seelen. Die Waldgebirgs-Anhöhe bei Gottmannsberg (oder Gottlesberg und Götzemarsberg) war vielleicht eine Kolonie von Druiden. Man will wenigstens an der östlichen Anhöhe bei Schamlesberg, das nur eine Viertelstunde davon entfernt ist, deutliche Spuren von altdeutschen Grabhügeln wahrgenommen haben.

Grünhügel ist ein schöner Weiler von zwei Häusern und zwei Familien mit elf Seelen. Den Zehnten dieser beiden Baungüter, der allgemein Haasenzehnten genannt wird, genießt das Stift Bamberg.

Über die Kastenmühe wird berichtet: „ Sie besteht aus einem Haus mit der Mahl- und Schneidemühle an dem vereinigten Korn- und Lübnitzbach. Sie ist eine der ansehnlichsten Mühlen der hiesigen Gegend und hat sehr gute Grundstücke. In älteren Kirchenbüchern und noch immer in amtlichen Urkunden wird sie Hammergut genannt, da anstelle der Mahlmühle ein Hammerwerk bestanden hat, wovon man nicht allein die Spuren, sondern auch die Ambossstöcke in der Vertiefung findet. Außerdem wurde laut Gefäll- und Quittungsbüchlein vom Jahre 1810 Steuer für die Hammergerechtigkeit bezahlt. Den Namen Kastenmühle hat dieses Hammergut durch seine Besitzer, den Kasten-Beamten Math. Jacob Ellrodt erhalten. Der Sohn desselben, der nachmalige Mühlenbesitzer und Zollinspektor Gottlieb Friedrich Michael Ellrodt beantragte im Jahre 1759 die Conzession zum Bierbrauen auf seinem Hammergut und soll auch wenigstens zu zwei `Gebräu Bier´ ohne Umgeld die Erlaubnis erhalten haben.“

Die Beschreibung der weiteren Gefreeser „Vorwerke“ sieht etwa so aus: Die Entenmühle besteht aus einer Mühle und einem Nebenhäuslein, zwei Familien und neuen Seelen. Sie liegt an der Ölschnitz, die reich an Forellen und Krebsen ist. Diese Mühle ist wegen der verfertigten Gerste rühmlich bekannt. Sie liegt eine Dreiviertelstunde von hier und wurde im Jahre 1701 von Heinrich Förtsch erbaut.

Grünstein – ein Dorf mit 22 Hausnummer, 37 Familien mit 146 Seelen. Die Einwohner bestehen aus vier Bauern, 16 Handwerkern und sechs Tagelöhnern. Die Grundstücke gehörten früher zum dortigen Schlossgut. Freundlich und romantisch ist die Lage und hat unter dem Schutze des Eulenberges (der viele Brunnen, Quellen und sehr gute Erze enthalten haben soll), Kastenmüllers „Bühl“ und dem Putzenberg ein mildes Klima, das zum Obstbau, mit welchem sich die Einwohner mit viel Eifer und Erfolg beschäftigten, sehr geeignet ist. An dem mit dem Lübnitzbach vereinten Kornbach befindet sich eine Mahl- und Schneidemühle, in der sehr viele Bretter geschnitten und ins Ausland versandt werden. Anstelle dieser Mühle stand auch hier in früheren Zeiten ein Hammerwerk. Die Bewohner Grünsteins waren sonst Untertanen es Hochstifts Bamberg. Es lag zwar im markgräflichen Landesbezirk und gehörte mit der Gerichtsbarkeit zum markgräflichem Amt Gefrees – jedoch hinsichtlich aller übrigen Juristiction aber gehörte es zum Vogten- und Kastenamt Markt-Schorgast, bis die Fürstentümer Bayreuth und Ansbach 1792 in preußischen Besitz kamen. Auch die niedere Wildbahn gehörte dem Bischof von Bamberg.

Schloss Grünstein. Der Ursprung dieses ersten Schlosses ist unbekannt. Alles was darüber angegeben werden mag, kann durch nicht urkundlich begründet werden. Gewöhnlich schreibt man ohne Zweifel des Namens wegen, seine Erbauung der Familie der Herren von Stein zu, welchen auch „Schloß Stein“ seinen Ursprung verdanken soll und von welchem 1119 schon ein R u p e r t i n u s und dessen Bruder R a h o v o n S t e i n genannt werden. Zwar scheint Schloß Grünstein früher auch nur „der Stein“ und erst später „Grünstein“ genannt worden zu sein, vielleicht des grünen Tales oder des an der Talwand vorkommenden Grünsteins wegen. Allein, so wenig ein Beweis geführt werden kann, dass die Herren von Stein das Schloss „Stein“ erbaut haben, so fehlen auch über Grünstein historische Belege. Sollte es zuviel gewagt sein, wenn man die Anlegung des „Grünsteins“ der in Franken so einheimischen Familie von Hirschberg zurechnet? Dass diese und nicht die Sparneckische Familie Grünstein bis 1577 in Besitz hatte, wird das Folgende nachweisen:

Kann der Besitz dieser Hirschbergischen Familie beurkundet von 1330 bis 1577 (also 247 Jahre), nicht bis zum Anfang dieses Schlosses mit mehr Wahrscheinlichkeit angenommen werden, als dass man denselben ohne allen Grund auf die Familie von Stein überträgt, von der nicht die Spur in der Geschichte dieses Schlosses zu finden ist? Das Alter der Familie von Hirschberg kommt dieser Meinung ohnehin entgegen, da ein Abkömmling derselben, Gebhard Graf von Tollenstein und Hirschberg, schon im Jahre 1042 als Bischof zu Aichstädt und im Jahre 1055 sogar als Papst Victor II. in der Geschichte vorkommt. Man vermutet ja, dass außerdem von dieser Familie auch das sehr bedeutend gewesene Schloss Rudolphstein, das kaum zwei Stunden von Gefrees entfernt war, erbaut worden sein soll. Warum will man bei Grünstein einer fremden Familie den Ursprung dieses Schlosses zuschreiben? „Ich möchte fast glauben“, so schreibt Ellrodt, „dass die Burgmänner von Rudolphstein – die ihr hohes Felsenschloß nicht dem Schutze Hilfsbedürftiger widmeten, wie es ihrem adeligem Stande zugekommen wäre, sondern dieses errichtet haben, um Vorüberreisende zu berauben – auch Grünstein zur Unterstützung und Beförderung eines unedlen Zweckes erhoben haben.“ Nach Meinung Ellrodts war also Grünstein eine regelrechte Raubritterburg. Er unterstreicht dies mit den Worten: „Da seine versteckte und zur Beobachtung der Hauptstraße so zweckmäßige Lage die Hand dazu bot.“ Doch wenn sich auch so viele der umliegenden Schlösser durch einen unwürdigen Erwerb entehrt haben, so scheinen sie wenigstens früher, wie auch jenen Raubnest Rudolphstein, das durch den Magistrat zu Eger oder den König Wenzelslaus 1412 zerstört wurde, sich eines Besseren bedacht zu haben.

Im Jahre 1330 haben schon Friedrich und Heilmann von Hirschberg Grünstein dem Stift Bamberg als ein offenes Haus verschreiben und wegen der damaligen Befehdungszeiten bischöfliche Besatzung angenommen. Da sich aber das Schloss im burggräflichen Bezirk befand, sah es der Burggraf als Mangel an Vertrauen und Freundschaft an, seitens der Herren von Hirschberg fremde Besatzung in seinem Land zu wissen. Die verderbliche Folge dieser Bereitwilligkeit gegenüber den Bischöfen war die Zerstörung dieser Feste, die dann so lange als Ruine liegenblieb, bis die Hirschberger ihr politische Gesinnung änderten und sich auf burggräfliche Seite neigten. Im Jahre 1361 warfen sie sich in die schützenden Arme des Burggrafen Friedrich IV.

Grünstein blieb noch lange danach Edelbesitz dieser Familie. Im Jahre 1571 lebte noch ein Hans Ernst von Hirschberg, der sich wechselweise auch zu Schwarzenbach an der Saale aufhielt. Dieser klagte in einem Rechtsstreit mit dem Bürgermeister und Rat zu Kirchenlamitz, dass die Familie um all ihre älteren Lehensbriefe durch eine vor Jahren im Schlosse Grünstein entstandene „große und jämmerliche“ Feuersbrunst gekommen wäre. Eben dieser Hans Ernst von Hirschberg hat im Jahre 1577 dem Pfarrer Johann Hofmann zu Gefrees ein Kind aus der Taufe gehoben. Im Bischofsgrüner Kirchenbuch (dieses Kind wurde ohne Zweifel in Bischofsgrün geboren, wohin man sich wahrscheinlich wegen der damals hier grassierenden Pest geflüchtet hatte) heißt es wörtlich: „1577 Hans Ernst her Johan Hofman pfr. zum Gefres Son ist getauft worden Montag den 15. July Daufbat war der Edel und Ehrenveste Junker Hanß Ernst von Hirschberg zu grünstein“. Es ist also unrichtig, wenn behauptet wird, Grünstein sei nach seiner Zerstörung im Albrechtinischen Krieg (1523) in seinen Ruinen liegengeblieben. Schon nach dem vorstehenden urkundlichen Nachweis und auch nach den hiesigen und Streitauer Kirchenbüchern haben die Besitzer von Grünstein wahrscheinlich noch länger als 100 Jahre nachher das Schloss bewohnt. In der Gotteshausrechnung von 1604 hat Adam von Wallenrod dem hiesigen Gotteshaus 10 Gulden verwilligt. Nach dem Streitauer Taufregister von 1610 wurde zu grünstein Georg Adam von Wallenrod getauft und nach dem Totenregister vom 11. März 1611, derselbe von dortaus in einem „ehrlichen Proceß“ nach Streitau begleitet und in der dortigen Kirche begraben.

Die von Wallenroder haben Grünstein von den Hirschbergern 1578 übernommen, während es nach dem Ableben des Hans Rudolph von Wallenrod (gest. 24. Februar 1659) wieder dem Hochstift Bamberg, von welchem es Arnold von Hirschberg anno 1477 als Rittermannslehen empfangen hatte, zufiel. Von dieser Zeit an (1659) kann es unbewohnt geblieben und nach und nach zerfallen sein. Ellrodt schreibt: „Noch stehen einige Mauern dieses Schlosses, der größte Theil ist aber leider von den dortigen Bewohner niedergerissen und zu neuerbauten Häusern oder zu Reparaturen verwendet worden. Ein Keller ist noch immer unversehrt und wird jetzt von dem dortigen Mahlmüller als Besitzer des Schlossberges benützet.“ (Anmerkung des Verfassers: Dieser Keller existiert noch heute). Mehrere Male hat Grünstein zerstörende Schicksale erfahren, sich aber immer wieder erhoben. Unter dem Hussitenanführer Procopius Rasus, dessen Horde alles durch Schwert und Feuer verheerte, wurde auch Grünstein eingeäschert.

Der Bibliothekar Jaek behauptet in seiner Geschichte Bambergs vom Jahre 1811, „dass die Grünsteiner gleichsam wie Thurnau, Aufsees, Freyenfels und Plankenfels am Bauernaufstand 1525 teilgenommen haben und dafür ihre Wohnungen verbrannt und niedergerissen worden seien.“ Geschichtsschreiber Helfrecht versichert in seinem Werk „Ruinen“, daß das Schloß dem Albrechtinischen Kriege zum Opfer gefallen und durch die Bundesstände zerstört worden sei, während Franz Friedrich Hefner, Vogt zu Marktschorgast und Kupferberg, im Jahre 1693 bemerkt: „Das Schloss ist vor 125 Jahren abgebrannt und eingefallen.“ Dieser Brand würde also, zieht man 125 Jahre von 1693 ab, auf das Jahr 1568 fallen. Da drei Feuersbrünste so schnell aufeinander folgten, dass kaum ein Wiederaufbau möglich gewesen sein kann, dürfte sich hier vielleicht ein Missverständnis eingeschlichen haben und es sich bei dem Brandunglück von 1523 und 1525 um ein- und dasselbe handeln. Die Schlossgüter wurden 1715 samt dem Fischwasser an die dortigen Untertanen vererbt und verkauft. Es waren 104 Tagewerk Felder und Wiesen, welche um 3000 Gulden ihre Besitzer wechselten.

Hämmerlas wird beschrieben mit fünf Häusern, sechs Familien und 29 Seelen. (1 ½ Kriegshof und zwei Soldengütlein welche 120 Ochsen, 8 Kühe, 14 Stück kleineres Vieh und 64 Schafe unterhalten. Der Sage nach soll auch hier ein Hammerwerk bestanden haben. Hermersreuth bestand aus sieben Häuser, acht Familien und 50 Seelen (2 ½ Kriegshöfe). Die Herren von Wallenrod zu Plos und Hohenknoden sollen früher die Lehensherren gewesen sein.

Für das heutige Böseneck gebraucht Pfarrer Ellrodt noch die Schreibweise Bösenek oder Beßnek und er hielt fest, dass es zur damaligen Zeit „mit dem neuen Haus bei Grünstein“ aus 12 Häusern und 91 Seelen bestanden habe, „wovon aber 5 Häuser mit 34 Seelen, die sich zur protestantischen Kirche bekennen, noch immer zu der 1 ¼ Stunde von da entfernten katholischen Pfarrei Markt-Schorgast gepfarrt sind. Es liegt an der Culmbacher und Baireuther Straße ¼ Stunde von Gefrees und in einem annehmlichen Thalesgrunde.“

Früher wohnte dort ein Herr von Falkenstein. Er kaufte am 13. Februar 1703 das bedeutende Bauerngut von Thomas Ott um 900 fränkische Taler. Später zerschlug und verkaufte er den Besitz – unter anderem an den Gefreeser Gastwirt vom Goldenen Löwen, Carl Lochmüller, der zur damaligen Zeit der begütertste Mann von Gefrees gewesen sein dürfte. Der besagte Herr von Falkenstein übrigens, ist am 27. Februar 1715 gestorben und im hiesigen Friedhof begraben worden. Der Sage nach, soll an der Ölschnitz, die Böseneck durchschneidet, am Fuße des Kesselberges ein Eisenhammer betrieben worden sein, dessen Hammerrecht verkauft und dem Frankenhammer übergeben wurde. Außerdem stellt Ellrodt fest, dass sich in Böseneck eine „noch nicht organisirte“ Schule befand.

Langenzell hingegen existiert längst nicht mehr. Es hat aber hinter der Luitpoldhöhe in Richtung Metzlersreuth gelegen und bestand zur Zeit Ellrodts aus einem einzigen Haus mit dazugehörigem Stadel und wurde 1716 erbaut. Es wohnten dort zwei Familien mit sieben Seelen.

Lübnitz oder Limmetz fand der Historiker eine Viertelstunde von Gefrees gelegen, bestehend aus elf Häusern, sechs Familien und 70 Seelen. „Es hat eine Mahlmühle, die von der Lübnitz in Bewegung gesetzt wird“. Laut einer Niederschrift von 1755 bestand die Gemeinde damals aus einem Burggut und dem Pfeifferhof. Noch im 17. Jahrhundert haben in Lübnitz von Hirschbergische und von Tettauische Familien gewohnt. Im Jahre 1644 starb dort Frau Rosina von Hirschberg, geborene von Sparneck (des Wolf Heinrich von Hirschberg Ehegattin). Auch ein Herr Dietrich von Hirschberg, dessen Gattin eine geborene von Redwitz war und Heinrich Sigmund von Tettau hatte um diese Zeit dort ihre Wohnsitze. Von den zu diesen Gütern gehörenden Grundstücken sind später viele von den hiesigen Bürgern angekauft worden. Der Viehbestand wurde zu dieser zeit deshalb nur noch mit einem Pferd, 16 Ochsen, 24 Stieren, 20 Kühen, 40 Stück jungem Vieh und 56 Schaafen angegeben.

Metzlersreuth war damals schon ein stattlicher Ort und bestand aus 46 Häusern, 75 Familien und 263 Seelen, 32 Bauern, 1 Wagner, 2 Hufschmieden, 1 Mahlmüller, 1 Holzdrechsler, 1 Schneider, 1 Handelsmann, 2 Zimmermännern, 1 Mauerer, 18 Taglöhnern und zwei Schenkwirten. Wörtlich heißt es: „Es hat eine gute fruchtbare südwestliche Lage und ist ¾ Stund von Gefrees entfernt. Es baut sehr gutes Getraid, viel Flachs und auch Obst an. Nach einem Amts-Urbar v. 1716 – 1755 war dasselbe früher in 1 ½ Kastenamtliche, 4 Amtssteinische und 4 zum Rittergut Grünstein gehörige Kriegshöfe eintheilt. Diese dreierlei Untherthanen hatten damals drei Schultheisen, welche alle Jahre zu Jakobi vom hiesigen Amte gewählt und verpflichtet wurden. Die Kastenamtlichen Höfe mußten sonst mit 6 Roß und ½ Wagen frohnen, und die Köbler Handfrohn leisten. Im Krieg mussten die Einwohner insgesamt für 10 Kriegshöfe Schuldigkeit thun. Dem Forstmeister zu röhrenhof mussten von dieser Gemeinde jährlich 8 Käse geliefert oder für einen 6 Pfn. Gezahlt werden. – Das sogenannte durch das Dorf fließende Schleifenbächlein, das die dortige Mahlmühle treibt, hat schwarz gepunktete oder Stein-Forellen. Dieses Dorf kann seine Existenz auf 470 Jahr urkundlich nachweisen, denn im Jahr 1360 hat Burggraf Friedrich dasselbe von den Hirschbergern zu Grünstein erkauft. Der jetzige Viehstand besteht aus 92 Ochsen, 90 Kühen, 108 kleinem Vieh und 260 Schaafen“.

Über Neuenreuth kann man nachlesen: „Es liegt kauf ¼ Stund von hier an der Wunsiedler Straße und hat 8 Häuser, 12 Familien und 61 Seelen. In diesem Dorfe hatte das sonstige Amt Stein 1 ½ Hof und ein ödes Hammergut. Nach einem Lehenbrief von 1591 hat der Pfand-Schillings-Amts-Besitzer und Innhaber Mathes von Wallenrod das Hammergut dem L. Schärner zu Gefrees zu Lehn gegeben. Nach einem Kaufbrief vom 24. September 1644 wurde das Hammergut, nachdem es den höchstschädlichen Kriegsunruhen und darauf erfolgten Unwerth wegen, 12 Jahre öde gelegen, die Gebäude eingegangen und eingefallen waren, um 84 Gulden Kaufgeld und 4 Thaler Leihkauf von Michael Schöffel erkauft“.

Über Schweinsbach schreibt Ellrodt: „Es liegt mitten im Walde, ¼ Stund von Metzlersreuth zu welcher Gemeinde es gehört und besteht in einem Haus und zwei Haushalten. Der Feldbau und Viehstand ist gering“.

In Wundenbach lebten damals 18 Familien mit 104 Seelen in 14 Häusern. Es bestand aus 3 ½ Kriegshöfen. Den Gänsezehnten und von jeder Kuh einen Käs (2 ¼ Pf. schwer) und 16 Gartenhühner hat die Pfarrei Gefrees jährlich bezogen. Wörtlich heißt es: „Für den Käs erhält sie ein Requivalent von 1 Gulden 24 Kreuzer, kann aber auch statt demselben den Käs in natura verlangen“. Die Gemeinde hatte früher ungemessene Frohn mit einem Wagen und 4 Ross zu leisten. Der Viehbestand wird mit einem Pferd, 30 Ochsen, 28 Kühen, 56 jungem Vieh und 82 Schafen angegeben. Obgleich dieses Dorf ganz nordöstlich liegt, wurde auch Obst gebaut und alle Jahre mehr Fruchtbäume angepflanzt.

Tannenreuth liegt östlich eine Stunde von Gefrees und besteht aus sieben Häusern und drei Nebengebäude mit 12 Familien und 29 Seelen. „Zu diesem Dorfe“, so schreibt der Heimatforscher, „gehört ein nicht weit davon entlegener Hammer und eine Schmeldzhütte, die Hoffnung zu Gott genannt. Beides aber ist gegenwärtig völlig eingegangen. Weder von einem Hammer noch von einer Schmelzhütte wollen die Tannenreuther etwas wissen, auch sind keine Spuren davon mehr sichtbar. Der Kornbacher Eisenhammer, gewöhnlich Knopfhammer genannt, der eine gute Viertelstunde davon entfernt ist, soll früher an dem Gefreeser Markt-Weiher ohnweit Tannenreuth gestanden haben. Ein Oleum-Bergwerk wurde ohnweit Tannenreuth noch im Jahr 1757 betrieben, denn nach dem Register der Verstorbenen von diesem Jahre ist der Johann Jahreiß, welcher auf diesem Oleum (Öl)-Bergwerk an einer Pumpe arbeitete, in die Schächt gefallen und wurde hier beerdigt“.

Über die Ortschaft Zettlitz (oder auch Zedlitz wie es damals teilweise geschrieben wurde) kann man nachlesen: „Es liegt eine Stunde von Gefrees, hat 34 Häuser und 46 Familien und 222 Seelen. Es werden gewöhnlich 8 Kriegshöfe gerechnet, wovon 7 dem Fürstl. Von Schönburgischen Amte zu Schwarzenbach an der Saale und einem dem königlichem Rentamte Gefrees lehnbar sind. Dieses Dorf hat eine organisierte Schule, eine ansehnliche Mühle und ein massiv gebautes Wirtshaus. Der Viehstand ist beträchtlich, nämlich 262 Ochsen, Kühe und junges Vieh und 262 Schaafe. Der Ertrag des Getraidebaues ist nicht sehr ergiebig, denn das Klima ist rauh und kalt. Zwei Bauernhöfe haben eine Gült an Getraid, Hanfkörnern, Gartenhühner, Eyern und Käsen an die Gefreeser Pfarrei zu leisten“.

Auch den Kesselberg vergaß Ellrodt nicht, indem er schrieb: „Er besteht aus zwei Häusern, wovon das eine auf der südlichen Seite gegen Falls zu steht und sind ½ Stund von hier entfernt. Das erstere wurde nach einem Vertrag des Johann Georg Seifert, Webermeister in Lützenreuth und dem k. Pfarrämtern Gefrees und Marktschorgast 1804 auf Pfarrzehntbaren Grund und Boden erbaut. Es wurde demselben ein Tagwerk von 360 Ruthen für das Haus zu einem Gärtlein und etwas Wiesen gegen eine jährliche Abgabe eines Metzen Gerste an beide Pfarrämter eingewiesen. Das nördliche Haus wurde im Jahr 1792 von Lorenz Bauer aus Steppach bei Pommersfelden erbaut.“

Mit Witzleshofen wird die Beschreibung der umliegenden Ortschaften um Gefrees abgeschlossen. Von dieser Gemeinde wird berichtet, dass sonst 11 Häuser zur hiesigen Pfarrei gehörten, sie wurde aber unter Vorbehalt der Dominicalien für die Pfarrei Gefrees am 1. Nov. 1814 zur Pfarrei Streitau gepfarrt und laut pfarramtlichem Protokoll vom 28. Novbr. 1814 aus dem diesseitigen kirchlichen Verband entlassen.

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