Von Ellrodt niedergeschrieben . . .

„G e f r e e s , ein angenehmer und feiner Ort unter allen seinesgleichen, im Landes das `schönste Landstädtchen´, dessen Hauptstraße nach Sachsen und Böhmen führt und wegen seines schönen Feldbaues als sehr nahrhaft gilt. Ein Ort, der wie die früheren Urkunden besagen, von den brandenburgischen Fürsten Freiheiten erhielt, wie sie die Städte Kulmbach oder Berneck genießen durften“. In einer Marginalie im Ellrodtbuch ist hier außerdem wörtliche vermerkt:

„Es war nemlich gewöhnlich, dass Kaiser und Fürsten einem Orte, der öfters selbst noch keine Stadt war, die Freiheiten einer, insonderheit benachbarten Stadt ertheilten, z. B. 1528 am 22. April privelegierte König Ludwig Wunsiedel gleich Eger oder Helmbrechts 1449 gleich Hof. Die Urkunden von 1544, 1586 und 1639 gaben Gefrees die Freiheit, einen Wochenmarkt, jedesmal am Mittwoch, zu halten und in der zeitfolge bekam es eigene Jahrmärkte. In dem Privilegium für die Illingsche jetzte Funkische Apotheke vom 24. April 1744 wurde vom Markgrafen Friedrich zu Baireuth, dem Orte Gefrees das Prädikat Städtlein beigelegt“.
Nach einer allerhöchsten Verfügung nämlich, wurde auf das Gesuch des hiesigen Magistrats vom 3. April 1827 um Verleihung des Prädikats einer Stadt für den Markt Gefrees der damals 1300 Seelen und 142 Häuser zählte, nicht eingegangen, da die Vorzüge einer Stadt nach der „Verordnung der Gemeinden vom 17. Mai 1818“ bemessen wurden.
Somit galten Bestimmungen auch damals schon mehr als Voraussetzungen. Doch ein solcher Ort bedurfte zumindest eines Geschichtsschreibers, denn die Niederschriften der „Geographen vom Obermainkreis“ waren unvollständig. Und wenn auch die „Reiseschreiber“ Gefrees vorzüglich als ein „gutes Schnabelwaid“ wegen der schmackhaften Forellen bei dem jovialen Bürgermeister Carl Lochmüller (in dessen Gasthof „Zum Goldenen Löwen“, so versichert Ellrodt, am 15. Mai 1812 der Franzosenkaiser Napoleon Erfrischungen zu sich genommen hatte) wie auch später bei dessen Sohn, Thomas Lochmüller, rühmten, so ist doch auf den Ort selbst und dessen Geschichte keiner eingegangen – bis Ellrodt es unternahm. Zur Beschreibung von Gefrees einige literarischen Notizen: Gefrees war ursprünglich ein integrierter Teil der Herrschaft Berneck, welche nachher in die Ämter Gefrees, Goldkronach, Stein, Streitau und Wirsberg zerstückelt wurde. Und so lautete die Beschreibung von Gefrees: „Die königlich protestantische Pfarrei Gefrees befindet sich im Obermaikreis des Königreichs Bayern, im königlichen Dekanat Berneck und im königlichen Landgericht Gefrees. Sie besteht aus dem Markte, 10 Dörfern und sieben Weilern, Einzeln und Mühlen und aus 54 alten Kriegshöfen exclusive der Söldengütlein Kesselberg, Langenzell und der Entenmühle und enthält 2728 Seelen oder 613 protestantische Familien in 337 Häusern. Nach einem Verzeichnis von Pfarrer Sonntag bestand die Pfarrei 1785 aus 234 Häusern und 320 Haushalten“.

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