Baudenkmäler in Höchstädt

Steinkirche

Naturdenkmal - das keiner so recht zuordnen kann
Es ist den Älteren als "Stoakirch'n" bekannt, das Naturdenkmal am Höchstädter Schlosshügel. Ge-rüchten zufolge soll von hier aus ein unterirdischer Gang zur Burgruine Thierstein führen, der je-doch nie entdeckt wurde. Wenngleich auch die historische Bedeutung der Steinaufhäufung weitest-gehend ungeklärt ist, bildet die Steinkirche doch ein begehbares Naturdenk- mal, das natürlich vor allem den Kindern zum Krachseln benutzt wird, während die Eltern im Natursteinbiergarten der nahe gelegenen Berggaststätte Schlosshügel eine Rast einlegen.

Die Steinburg am Schlosshügel
Enstanden im erdgeschichtlichen Zeitalter des "Perm". Dieses Zeitalter dauerte ca. 50 Millionen Jahre (ca. 300 Mio. bis 251 Mio. Jahre vor unserer Zeitrechnung).  
Die Steinburg besteht aus Porphyr. Porphyr ist ein Sammelbegriff für Eruptivgestein.

Zeitgleich mit dem Schloßhügel dürften auch der nördlich gelegene Nachtberg und der zwischen Kaiserhammer und Wendenhammer gelegene Eichelberg durch vulkanische Tätigkeiten entstanden sein.

Steinkugel

Die Höchstädter Granitkugel
Im Herbst 2000 kam beim Ausbau der Autobahn A 93 nahe der Ausfahrt Höchstädt / Thierstein in 3-4 m Tiefe eine imposante Steinkugel zum Vorschein. Sie ist bei ca. 2,4 m Durchmesser erstaunlich kugelrund und dürfte über ein Gewicht von annähernd 16 t verfügen.
Natürlich handelt es sich nicht – wie einige eifrige Beschauer anfangs äußerten – um einen eiszeitlichen Findling aus dem hohen Norden oder gar um einen Meteoriten aus den Weiten des Weltraums. Bereits der Blick auf die größtenteils frische Oberfläche belehrt uns, dass es sich um den grobkörnigen Granit („Porphyrgranit G1“) des sog. Marktleuthener Intrusivkörpers, der sich von Weißenstadt über Marktleuthen und Selb hinzieht, den Ascher Zipfel (Böhmen) einschließt und im sächsischen Bad Brambach endet. Er erstarrte vor etwa 300 Millionen Jahren aus einer damals tief unter der Oberfläche ruhenden Schmelze. Im Laufe der Zeit ist die darüber liegende mehrere Kilometer mächtige Decke (das Variskische Gebirge) abgetragen worden, so dass dieser Granit mit einer Fläche von etwa 250 km² oberflächlich ansteht, allerdings meist von einer 2-10 m dicken Verwitterungskruste überlagert.
Die Oberflächenverwitterung ist durch ein senkrecht / waagerecht gebildetes Kluftsystem begünstigt worden, das sich als Folge von Abkühlung und Druckentlastung ergab. Meist entstehen dabei quadratische, seltener auch kubische Absonderungsforgem, die bei weiterer Einwirkung der Erosion - immer bevorzugt an Ecken und Kanten angreifend - schließlich zu Rundkörpern führen. Je oberflächennaher sich diese Prozesse abspielen, umso stärker wird das ursprüngliche Material zerkleinert und nur selten dabei ein derart großer Rundling erhalten. Im Idealfall zeigt er auch im Inneren keinerlei Haarrisse oder Sprünge. Schließlich sorgt das innige Gefüge aus weißem Feldspat, grauem Quarz und schwarzem Glimmer - durchwegs im kristallinen Zustand - für hohe Festigkeit.
So leicht erklärlich die Entstehung dieser Kugel auch ist, so bemerkenswert ihr auftreten, denn wann greift der Mensch schon einmal so kräftig in den Felsverband ein? Es wäre zu wünschen, dass diese Naturdenkmal unserer Nachwelt ebenso erhalten bleibt wie die Rundlinge aus Redwitzit – ein dem Granit nahestehendes, anderes Tiefengestein - an der Autobahn östlich von Marktredwitz.

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