Der Ursprung - "Blanc de Chine" in Europa


Bereits seit dem siebten Jahrhundert n. Chr. wird in China Hartporzellan produziert. Zentrum ist die Stadt Ching-tê-chen. Die Manufakturen stehen unter kaiserlichem Schutz. Immer wieder gelangt Porzellan im Mittelalter durch die Venezianer auf Handelswegen über Kairo nach Europa. Es ist Marco Polo, der als erster 1298 in seinen Reiseberichten „Milione“ von der Porzellanherstellung in China berichtet.

Die Entdeckung des Seeweges nach Indien durch den Portugiesen Vasco da Gama 1498 ermöglicht den Import von Porzellan auf dem Wasserweg. Lissabon entwickelt sich zunächst zum Haupthandelsplatz für Porzellan in Europa. Mit Beginn des 17. Jahrhunderts wird Holland nach Gründung der Niederländischen Ostindienkompagnie im Jahre 1602 zum Hauptumschlagplatz für Porzellan. Zur gleichen Zeit gelingt es in Japan Porzellan zu produzieren. Es findet im wesentlichen an den europäischen Höfen und bei wenigen wohlhabenden Kaufleuten Abnahme. Dabei wird auch auf Bestellung in Asien im europäischen Stil dekoriert.

Als Ersatz für das nahezu unerschwingliche chinesische Porzellan wird in Florenz zwischen 1575 und 1587 erstmals das sogen. „Medici-Porzellan“ erfunden, und schon 1653 gelingt es in Delft Porzellan nachzuahmen. Auch in Frankreich unternimmt man kurz darauf Versuche. 1670 erzeugt man in Rouen, 1683 in St. Cloud Frittenporzellan.

Trotz aller Anstrengungen scheitert Europa aber im 17. Jahrhundert an der Nacherfindung des Hartporzellans. Es fehlte ein entscheidender Zusatz: das Kaolin. 

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