Shaping the future - Gestaltung für morgen


Viele Fragen stellen sich, wenn es um die Zukunft des Porzellans geht. Die richtigen Antworten darauf werden essentiell sein für die Zukunft der Porzellanbranche in Europa. Bisher behaupten sich neben den traditionsreichen Porzellanmanufakturen am Markt vor allem Marken, die sich durch innovatives Produktmanagement, rationalisierte Fertigung und gutes Design auszeichnen. Sie stellen sich den Herausforderungen und schaffen es, im Wettbewerb mit asiatischen Massenproduzenten mitzuhalten. Diesen Vorsprung in der Gestaltung zu behalten, kommende wichtige Trends zu erkennen und auf Veränderungen rechtzeitig zu reagieren, muss auch weiterhin verstärkt  das Ziel sein. Die Verfolgung dieses Zieles ist angesichts der sich stetig und immer schneller wandelnden Gesellschaft eine echte Herausforderung. Alle am Prozess der Entstehung Beteiligten müssen sich mit diesen Gegebenheiten auseinandersetzen und bereits heute die Ideen von morgen formulieren.

Es sind von jeher die Kreativen an den europäischen Hochschulen für Design und Produktgestaltung, die neue Wege gehen, versuchen entscheidende, zukunftsweisende Impulse zu liefern. Sie sind es, die versuchen, Fragen nach demographischen und globalen Veränderungen zu beantworten.

Auf die Zunahme von Single-Haushalten wird mit Serien reagiert, die individuell zusammengestellt werden können. Sie bedeuten die Abwendung vom klassischen Service. Auch auf die in Umkehrung begriffene Altersstruktur wird u.a. mit der Schaffung von Alters- und behindertengerechten Porzellanen reagiert.

Arrivierte und junge Designer liefern im Hinblick auf die immer deutlicher zu Tage tretenden ökologischen Problemstellungen zum Beispiel Entwürfe für Systemgeschirre im Fast Food-Bereich. Die Lösungen und Ansätze, die europaweit von Lehrenden und Studenten gegeben werden, fallen mitunter überraschend aus. Sie entstehen zumeist im Dialog mit dem Material, der Materialgerechtigkeit und haben ihren Ursprung nicht selten im Überschreiten von formalen Grenzen. Deshalb muten diese Entwürfe oft avantgardistisch oder gar futuristisch an, tragen aber stets den Wunsch zur Veränderung in sich und liefern wichtige neue Impulse.

Neue Formen und Dekore entstehen zudem auch durch die Auseinandersetzung mit der Geschichte und der traditionellen Verwendung des Werkstoffes.

Porzellan ist seit jeher ein robustes, langlebiges Material. Schon zur Zeit der Wiedererfindung in Europa diente es zur Repräsentation nach außen und zur Herausbildung eines ästhetischen Umfeldes. Mit Porzellan lässt sich Individualität ausdrücken. Es kann Ausdruck gesellschaftlicher Position sein und es ist nicht zuletzt Massenprodukt und zugleich Einzelstück mit hohem handwerklichen Anteil.

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