Der Traum vom Porzellan - "Weißes Gold" aus Europa


Bereits die Kunst- und Wunderkammern des 16. Jahrhunderts enthalten als „Kuriositäten“ asiatisches Porzellan. Ein Jahrhundert später entstehen in Anlehnung an islamische Vorbilder Porzellanhäuser wie das „Trianon de porcelain“ in Versailles.

Die Porzellankabinette der europäischen Regenten des 18. Jahrhunderts sind Symbole der ästhetischen und künstlerischen Wertschätzung für den Werkstoff. Vom damaligen „Porzellanfieber“ besonders „befallen“ ist August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen. Seine Sammelleidenschaft entzieht dem Staatshaushalt so enorme finanzielle Mittel, dass man händeringend nach Abhilfe sucht. Es entsteht der Gedanke in Sachsen Porzellan zu produzieren, auf diesem Wege die Staatskasse zu schonen und dem Land möglichst lukrative Einnahmen zu schaffen.

In dem weit gereisten Mathematiker und Physiker Ehrenfried Walter von Tschirnhaus und dem Alchimisten und Apothekergesellen Johann Friedrich Böttger sieht man Chancen das Geheimnis um das „Arkanum“ - die Zusammensetzung der Masse - und des Brandes lüften zu können. In einem Laboratorium auf der Venusbastei in Dresden gelingt es den beiden nach vielerlei vergeblichen Versuchen 1708 einen weißen Scherben herzustellen.

Nach dem Tode von Tschirnhaus kommt eine durchscheinende Glasur hinzu. Es ist der 1.1.1710, als die erste europäische Porzellanmanufaktur, die Hartporzellan herstellen konnte, mit königlichem Privileg in Dresden gegründet wird.

Noch im gleichen Jahr verlegt August der Starke den Betrieb auf die Albrechtsburg in Meißen. Der Grundstein für die Geschichte des europäischen Hartporzellans ist gelegt. 

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