18. und 19. Jahrhundert

Am 19. Juni 1704 brach auf der Westseite von Weißdorf ein Brand aus, dem erst in der Schafgasse Einhalt geboten werden konnte. Kirche und Pfarrhaus wurden in Mittleidenschaft gezogen. Neuen Schrecken verursachte in Weißdorf ein Großfeuer, das am 26. Juli 1745 die beiden Gasthöfe, das Pfarrhaus mit seinen Nebengebäuden und 14 Häuser vernichtete. Die Kirche erlitt Schäden.

In einem für Heinrich Friedrich Karl von Podewils am 8. Mai 1794 ausgestellten Lehenbrief ist die Rede "vom ganz modern erbauten und mit einer Mauer, dann einem mit Wasser angefüllten Graben umgebenen Castrum". Dazu gehörten an Nebengebäuden ein außerhalb des Schlosses befindliches kleines Haus, in dem früher der Gerichtsknecht wohnte, die Pächterswohnung mit dem Rinderstall, eine große Scheune, die kleinere Zehntscheune, eine Wagenschupfe für den Pächter, das Gartenhaus, ein Schafstall und die Schäferswohnung mit dem angebauten Kuhstall.

1810 kam das Fürstentum Bayeuth nach vierjähriger französischer Verwaltung an das Königreich Bayern. Damals besaß Weißdorf 116 Feuerstellen. Dort lebten 147 Familien mit 637 Seelen. An Vieh waren 6 Pferde, 114 Rinder, 121 Kühe, 191 Schafe, 94 Schweine und 6 Ziegen vorhanden.

1848 starben die Brüder Wilhelm Erdmann Ernst und Friedrich Karl August von Podewils kurz nacheinander, ohne männliche Erben zu hinterlassen. Nun wurden wieder die Herren von Feilitzsch als nächste Verwandte mit Weißdorf belehnt. Aber schon 1853 kaufte es der königlich-sächsische Amtsrat Louis Leuckart aus Dresden. Die Familie wurde 1879 in den erblichen Freiherrenstand des Königreiches Bayern erhoben.

Die kgl. Gernaldirektion der Posten und Telegraphen genehmigte 1893 die Einrichtung einer Postablage in Weißdorf. Sie wurde am 16. Juni eröffnet. Vom selben Tage an verkehrte auch eine Karriolpost zweimal täglich zwischen Weißdorf und Münchberg. Am 1. September 1894 wurde der Öffentlichkeit eine Telegraphenstation mit Telefonbetrieb übergeben.

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