01.02.2018

von B° RB

avenidas in Rehau

Pressemitteilung zum Gomringer-Gedicht "avenidas". Gomringer-Gedicht an Gebäudefassade im Stadtzentrum von Rehau

Fotomontage von der Fassade der Stadt Rehau

Das Gedicht „avenidas“ von Prof. Eugen Gomringer wurde in den letzten Wochen und Monaten in vielen Medien und Publikationen diskutiert, nachdem der Akademische Senat der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin-Hellersdorf beschossen hat, das Gedicht ab Herbst 2018 zu ersetzen. Diese Diskussion könnte man als hitzig bezeichnen, gar der Vorwurf des Sexismus wurde gegenüber dem Künstler laut.

Eugen Gomringer lebt seit 1976 in Rehau und gründete im Jahr 2000 das Institut für Konstruktive Kunst und Konkrete Poesie (IKKP) in Rehau. Im Jahr 1997 wurde die Arbeit von Eugen Gomringer mit dem Kulturpreis der Stadt Rehau gewürdigt und im Jahr 2008 wurde er für seine Verdienste mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. Die Alice-Salomon-Hochschule Berlin vergab im Jahr 2011 den Alice-Salomon-Poetik-Preis an Eugen Gomringer. Sein Gedicht „avenidas“ wurde aus diesem Anlass an einer Fassade der Hochschule angebracht. Im letzten Jahr nun äußerte der Allgemeine Studierendenausschuss Kritik an der Wandgestaltung mit dem Gedichttext, weil dieser Frauen herabsetzen würde.

Die Stadt Rehau setzt dem jetzt ein deutliches Zeichen entgegen und wird das Gedicht an der Fassade des städtischen Gebäudes Maxplatz 9 direkt im Stadtzentrum anbringen. Das hat der Stadtrat in seiner Sitzung vom 31.01.2018 mehrheitlich beschlossen. Damit stehen die Vertreter der Rehauer Bevölkerung hinter Eugen Gomringer, dem Begründer der konkreten Poesie, und setzen sich für ihn ein. In Rehau wird das Gedicht nicht als sexistisch beurteilt, wohlwissend, dass es immer mehrere Interpretationsmöglichkeiten für dasselbe Gedicht gibt.

Das Gedicht wird im spanischen Original an der Fassade angebracht werden. Damit bringt die Stadt Rehau ihre Weltoffenheit zum Ausdruck und zeigt dass man in Rehau Kunst und Kultur zu schätzen weiß und diese fördert. „Wir haben in Rehau unseren schönen Maxplatz im Zentrum der Stadt, die geraden Straße mit den angelegten Baumreihen, das sind die Alleen. Auch bei uns gibt es Blumen und auch Frauen sind in unserer Innenstadt unterwegs. 

Für das Schöne in Rehau gibt es sicherlich auch den einen oder anderen Bewunderer, weshalb es nur richtig ist, dieses Gedicht in der Mitte unserer Stadt zu präsentieren“, beschreibt Bürgermeister Michael Abraham den Kontext und begründet damit gleichzeitig den Standort für die Anbringung des Gedichts.

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