08.11.2019

von B° RB

Großes Herbstkonzert

Claire Elizabeth Craig und Roman Hoza singen am Sonntag, 10. November 2019, 16.00 Uhr, in der Basilika Waldsassen

Sopranistin Claire Elizabeth Craig

Bariton Roman Hoza

Programm:

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
: Kantate "Wachet auf ruft uns die Stimme", BWV 140

Gabriel Fauré (1845-1924): Requiem op. 48

 Künstler:

Claire Elizabeth Craig, Sopran
Roman Hoza, Bariton

Chor der Basilika Waldsassen

Chor Rastislav Blansko


Orchester Czech Virtuosi

KMD Andreas Sagstetter - Leitung

Der Chor der Basilika Waldsassen mit seinem Leiter Andreas Sagstetter kann auf eine über 50jährige kirchenmusikalische Konzert-Tradition zurückblicken. Die Hauptaufgabe des Chores liegt jedoch in der musikalischen Gestaltung der Liturgie des Kirchenjahres. Aber auch als Konzertchor tritt das Ensemble regelmäßig in Erscheinung, wie zum Beispiel bei den jährlich stattfindenden Herbstkonzerten in der Basilika.

Seit dem ersten Konzert mit dem Chor RASTISLAV Blansko im Jahr 2009 bildet das gemeinsame Herbstkonzert der beiden Chöre einen Höhepunkt im Konzertjahr der Basilika.

Die Gründung des Chores RASTISLAV Blansko geht auf das Jahr 1862 zurück. Trotz schwerer Zeiten ist die Tradition des Gesangs in Blansko über die Jahrzehnte erhalten geblieben. Seit 1986 leitet Jaroslav Martinasek den heutigen Chor. Unter seiner Leitung konzentriert sich der Chor zunehmend auf die geistliche Chormusik. RASTISLAV wurde mehrere Male als bester Chor des Tschechischen Chorvereins ausgezeichnet. Konzerte im In- und Ausland sind fester Bestandteil im Chorleben des Chores.

Claire Elizabeth Craig, SOPRAN

Die in Ulm geborene, deutsch-britische Sopranistin Claire Elizabeth Craig entschloss sich nach ihrem Abitur und ihrem Jungstudium an der Hochschule für Musik und Theater München für ein Gesangsstudium an der Universität Mozarteum Salzburg bei Prof. Barbara Bonney. Als Solistin der Salzburger Dommusik sowie der Salzburger Konzertgesellschaft etablierte sie sich schnell zu einer beliebten Mozart-Stimme im Salzburger Raum.

Als Mitglied der Opernklasse von Prof. Eike Gramss war sie Stipendiatin der Hübel- Stiftung und bekleidete Rollen wie Susanna (Mozart/Le Nozze di Figaro), Servilia (Mozart/ La clemenza di Tito), Bubikopf (Ullmann/Der Kaiser von Atlantis), Clarice (Caldara/Giuoco del Quadriglio). Im Rahmen der Internationalen Opernfestspiele in Macao, China, war sie 2014 als Bastienne in Mozarts „Bastien und Bastienne“ zu sehen. Claire schloss ihren Master of Arts in der Opernklasse von Prof. Josef Wallnig und Prof. Eike Gramss mit Auszeichnung ab.

Meisterkurse bei Kurt Widmer, Julie Kaufmann, Helena Lazarska und Helmut Deutsch rundeten ihr Studium ab. Im Sommer 2013 sang sie im Rahmen des Young Singer Projects der Salzburger Festspiele eine Elfe in Mendelssohns „Ein Sommernachtstraum“ unter der Leitung von Sir Ivor Bolton.

Im September 2014 war Claire im Rahmen von Sir John Eliot Gardiners „Anima Mundi“ - Festivals in der Kathedrale von Pisa, Italien, als 1.Sopransolistin in Mozarts C-Moll- Messe KV 427 zu hören.

Sie gab im Januar 2015 im Rahmen der Mozartwoche 2015 in Salzburg ein Liedrezital mit Werken von Schubert und Mozart. Anschließend war sie im Frühjahr 2015 am Tiroler Landestheater Innsbruck als „Bubikopf“ in Ullmanns „Der Kaiser von Atlantis“ zu erleben.

Im Januar 2016 wurde das verschollen geglaubte Mozart Lied „Per la Ricuperata Salute di Ofelia“ KV 447a in Prag wiederentdeckt; bei der offiziellen Vorstellung und Uraufführung in Salzburg sang Claire den Sopran-Part, begleitet am originalen Mozart-Hammerklavier. DECCA nahm diese Interpretation für die Mozart Complete Edition auf.

Im Herbst 2015 wurde Claire zu den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern eingeladen sowie zu dem von der Internationalen Stiftung Mozarteum veranstalteten Mozart- Festival in Havanna, Kuba.

Bei den Salzburger Festspielen 2016 war sie als 2. Sopran - Solistin in Mozarts C-Moll Messe unter der Leitung von Ádám Fischer zu hören, beim 23.Internationalen Brahms- Wettbewerb in Pörtschach, Österreich, errang Claire den 2. Preis sowie einen Sonderpreis für die „beste Interpretation eines zeitgenössischen Stückes“.

Zur Mozartwoche 2017 in Salzburg war sie eingeladen für ein Konzert mit einem  zeitgenössischen Lied-Programm mit Live-Mitschnitt des Ö1 Radios.

Im Rahmen der Jeunesse Wien gab Claire im März 2017 ein Konzert mit zeitgenössischen Werken für Sopran und Orgel im Radiokulturhaus des ORF, was ebenso vom Ö1 Radio live mitgeschnitten wurde.

Im September 2017 kehrte Claire als Solistin zu den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern zurück, diesmal mit zwei Barock-Konzerten.

Im März 2018 war sie als Sopran-Solistin zu Gast bei einem Konzert neben Tenor Rolando Villazón und dem kolumbianischen Iberacademy Orchester in Winterthur, Schweiz. Sie war Finalistin beim 1. Internationalen Haydn Wettbewerb in Rohrau, Niederösterreich.

Im Sommer 2018 war sie mit dem Iberacademy Orchester beim Mozart-Festival in Medellin, Kolumbien, in der Rolle der „Mademoiselle Silberklang“ aus Mozarts „Der Schauspieldirektor“ sowie als Solistin in Mozarts Requiem zu hören sein.

Claire war im Frühjahr 2019 als Young Artist beim Leeds Lieder Festival zu Gast. Im September gibt sie Ihr Debüt im Wiener Musikverein im Rahmen des 70jährigen Jubiläums der Jeunesse Wien unter der Leitung von Markus Poschner.

Sie wurde von Rolando Villazón eingeladen, die Mozartwoche 2020 als Solistin zu eröffnen, gemeinsam mit dem Arnold Schönberg Chor und dem Mozarteumorchester Salzburg unter der Leitung von Kristiina Poska.

Roman Hoza

Bariton Roman Hoza beendete sein Studium an der Janáček-Musikakademie in Brünn in der Klasse von Zdeněk Šmukař und an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien in der Klasse von Margit Klaushofer. Er besuchte auch eine Reihe von internationalen Kursen von G. Beňačková, H. Deutsch, P. Dvorský, T. Krause, Ch. Ludwig, A. Plachetka und andere. Er ist Preisträger vieler internationaler Wettbewerbe, darunter der Internationale Gesangswettbewerb Antonín Dvořák 2015 (2. Preis in der Kategorie Junior und 1. Preis in der Kategorie Lied). Während seines Studiums in Wien sang Roman Hoza Leporello im Schlosstheater Schönbrunn und spielte zuvor in vielen Rollen in der Kammeroper der Janáček-Akademie, wie Eugen Onegin, Don Giovanni, Guglielmo (Così fan tutte), Mamma Agata (Viva la Mamma), Don Parmenione (Rossini: L'occassione fa il ladro), Tomeš (Smetana: Der Kuss) und andere. Roman Hoza debütierte 2011 im Nationaltheater Brno als Papageno in Papageno spielt auf der Zauberflöte und trat hier auch als Konečný in Janáčeks Oper Fate auf. Er war Gast im Schlesischen Theater Opava (Bartolo in Il Barbiere di Siviglia, Guglielmo in Così fan tutte). Im Sommer 2014 trat Roman Hoza bei den Salzburger Festspielen in La Cenerentola für Kinder (Dandini) als Teilnehmer des Young Singers Project auf.

Im selben Jahr sang er die Stücke von Jäger und Wildhüter in Dvořáks Rusalka in der Opéra National de Lyon unter der Regie von Stefan Herheim. Seit Januar 2015 ist Roman Hoza Mitglied des Opernstudios der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf / Duisburg, wo er Marullo (Rigoletto), Cristiano (Un ballo in maschera), Morales (Carmen) oder Papageno (Kinderzauberflöte) gesungen hat. In der Spielzeit 2015/16 tritt Roman Hoza als Figaro im Nationaltheater in Prag und als Thomas Hamlet im Mährisch-schlesischen Nationaltheater in Ostrava auf. Er konzentriert sich auch auf die frühe Musik mit tschechischen Ensembles wie Cappella Mariana, Collegium 1704, Tschechisches Ensemble Barock, Musica Florea, Ensemble Inégal oder Opera Diversa.

Wachet auf, ruft uns die Stimme, BWV 140

Eine der bekanntesten Kantaten von Johann Sebastian Bach, Wachet auf, ruft uns die Stimme BWV 140 wurde für den im Kirchenjahr nur selten vorkommenden 27. Sonntag nach Trinitatis komponiert. Diesen Sonntag gibt es nur, wenn Ostern auf einen der Tage vor dem 27. März fällt. Bach erlebte diesen Sonntag in seiner Leipziger Amtszeit nur zweimal: im Jahre 1731 und 1742. Die Uraufführung erfolgte am 25. November 1731.

Der unbekannte Textdichter übernahm alle drei Strophen des gleichnamigen Chorals von Philipp Nicolai aus dem Jahre 1599 wörtlich für die Sätze 1, 4 und 7. Dazwischen fügte er frei gedichtete Rezitative und Arien ein, die auf biblische Motive des Hoheliedes Salomos zurückgreifen.

Grundgedanke des Textes ist die bildliche Gleichsetzung der Verbindung zwischen Jesus und der menschlichen Seele mit einer Hochzeit. Wie bei antiken orientalischen Hochzeiten der Bräutigam anscheinend zu einem nicht genau festgesetzten Zeitpunkt erschien, dann aber ein ordentliches Fest erwartete, so soll die Seele ständig bereit sein, Gott zu begegnen. 

Gabriel Fauré (1845-1924): Requiem op. 48

Das Requiem op. 48 von Gabriel Fauré ist eine Komposition für Sopran- und Bariton-Solisten, vier- bis sechsstimmigen Chor und Orchester, für das er sich mehr als zehn Jahre Zeit nahm.
Bereits 1877, Fauré war gerade an der Madeleine zum maître de chapelle ernannt worden, entwarf er ein Libera Me für Baritonstimme und Orgel, über dessen Aufführung allerdings nichts bekannt ist.

Die Erstfassung seines Requiems - seines einzigen größeren Werkes mit einem religiösen Text - von 1887/88, bestehend aus den fünf Sätzen Introït mit Kyrie, Sanctus, Pie Jesu, Agnus Dei und In Paradisum, schrieb der 42 Jährige zwischen dem Tod seines Vaters (1885) und seiner Mutter (1887) und führte es erstmals am 16. Januar 1888 in der Église de la Sainte Marie Madeleine in Paris zur Beerdigung eines angesehenen Architekten auf. Nach der Aufführung machte ihm der Vikar der Madeleine klar, das Repertoire an der Madeleine sei umfassend genug und man bräuchte sein Stück nicht. Unbeirrt setzte Fauré aber die Arbeit an seinem Requiem fort, fügte der Besetzung der Erstfassung - einem Streichorchester ohne Violinen, mit Harfe, Pauke und Orgel - im Mai 1888 zunächst Hörner und Trompeten hinzu, bearbeitete es von 1889 bis 1892 für Kammerorchester und ergänzte es um das Offertoire und das Libera Me von 1877. Diese Fassung wurde am 23. Januar 1893 uraufgeführt.

In den Jahren 1894 bis 1899 gab Fauré seinem Requiem die am 12. Januar 1900 uraufgeführte Endfassung für großes Orchester.

Faurés Requiem weicht in mehrerlei Hinsicht von der traditionellen Totenmesse ab. Er hatte bei zu vielen Beerdigungen die Orgel gespielt, um nicht die katholische Totenliturgie genau zu kennen. Indessen verwendet er sie nur zum Teil und nimmt sich mit den Texten Freiheiten heraus, die den Abstand verdeutlichen, den er angesichts der traditionellen Worte über die letzten Dinge zu wahren beabsichtigt.
Die erste Initiative, die uns auffällt, ist die Auslassung des Dies irae: Reaktion eines Komponisten, der Bedenken hegt gegen den romantischen Aufschrei, Wunsch eines wenig gläubigen Menschen, das Phänomen des Todes zu entdramatisieren. Die beiden Gefühle konvergieren. Die Trauer, die ihn bewegt, vermag sich in der konventionellen Sprache der großen Begräbnisse nicht zu artikulieren. In der Liturgie der Kirche forscht er instinktiv nach den Worten, die ihm angemessen erscheinen, um seinem eigenen Schmerz Ausdruck zu verleihen. Seine zärtliche Liebe spricht stärker zu uns, als die Stimme eines ihm fremden Dogmas. Nicht vom Jüngsten Gericht noch von Angst und Schrecken ist die Rede. Fauré verzichtet auf eine dramatisierende Darstellung des Dies irae und beschränkt sich auf die Vertonung von dessen letztem Vers, dem Pie Jesu. 

An die Stelle des Dies irae („Tag des Zornes“) tritt eine andere Verheißung, nämlich die des abschließenden In paradisum aus den Exequien, das traditionell bei der Überführung des Leichnams von der Kirche zum Friedhof erklingt. Aus der religiösen Welt, in der er beruflich zu Hause ist, hat Fauré die Vorstellung übernommen, dass das Paradies ein Ort der Erquickung, des Lichts und des Friedens ist. Es ist die einzige Zukunft, die er für jene, denen er in Liebe zugetan war, in Betracht ziehen möchte. Auf diese Weise gibt er dem Wort „Requiem“ seine Grundbedeutung zurück. Es handelt sich um eine ewige Ruhe, die der Komponist mit einer ihm eigenen gefühlsmäßigen Vorstellung ausstattet.

Fauré schrieb 1900 über sein friedvolles Requiem: "Es ist von sanftmütigem Charakter, so wie ich selbst" und erläuterte später, dass er den Tod "nicht als ein schmerzliches Erlebnis, sondern als eine willkommene Befreiung, ein Streben nach dem Jenseits" ansieht.

"Ich habe instinktiv versucht, dem zu entfliehen, was man allgemein für richtig und angebracht hielt. Nach all den Jahren, in denen ich Begräbnisgottesdienste auf der Orgel begleitet habe, kenne ich alles auswendig! Ich wollte etwas anderes schreiben."

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