12.02.2015

von B° RB

Aktuelle Finanz-Debatte

In der aktuellen Berichterstattung über das Defizit der Luisenburg Festspiele wird eine Verhältnismäßigkeit zugunsten von schlagzeilenträchtigen Vereinfachungen leider gerne übersehen

Luisenburg-Festspiele

Die Luisenburg-Festspiele mit einem Etat von 3,4 bis 3.9 Mio. EUR erhalten lediglich Subventionen von 22%, also deutlich weniger als ein Viertel! Der Rest muss über die Eintrittskarten, Sponsoren etc. selbst erwirtschaftet werden. Außerdem finanzieren die Festspiele alle ihre Investitionen mit jährlich über 500.000€ aus ihren erspielten Einnahmen selbst!

Bei der in der deutschen Festspiellandschaft sensationellen Besucheranzahl von immerhin 137.500 (12-Jahres-Schnitt) liegt der Zuschuss öffentlicher Gelder bei 5,80 EUR pro verkaufter Karte! Ein in Deutschland einmaliger Wert!

Die Wagner-Festspiele Bayreuth verfügen mit 13,8 Mio. EUR  über einen bedeutend höheren Etat bei 60.000 Besuchern, was einen öffentlichen Zuschuss von 165 EUR pro verkaufter Karte bedeutet. 
Ein Theater wie das Mainfrankentheater Würzburg hat einen Etat von 16 Mio. EUR, von denen 13 Mio. subventioniert sind. Bei 140.000 Besuchern ergibt dies einen öffentlichen Zuschuss von knapp 92 EUR pro verkaufter Karte.

Die Festspiele von Bad Hersfeld, Feuchtwangen oder Schwäbisch Hall liegen teilweise deutlich über den öffentlichen Zuschüssen, die die Luisenburg-Festspiele erhalten.

Das benachbarte Theater Hof liegt mit einem Etat von 9,7 Mio. EUR, davon 7,5 Mio. Subventionen und einer Besucherzahl von 102.000 bei einem Zuschuss an Steuergeldern in Höhe von 73,53 EUR pro Karte.

Sämtliche Theater fühlen sich ihrem Kulturauftrag und einer Verantwortung im Kinder- und Jugendbereich verpflichtet.

Während der Intendanz von Michael Lerchenberg wurde auf eine Erhöhung des Eintrittspreises für Kinder bewusst verzichtet, um auch den jüngsten Zuschauern und bildungsfernen Schichten den Zugang zur Theaterkunst zu gewährleisten. Eine inzwischen ganzjährige Theaterpädagogin steht darüber hinaus den Schulen auch außerhalb der Festspielzeit zur Verfügung.

Laut Publikums-Umfragen setzen die Festspiele in Wunsiedel ästhetische Maßstäbe, die gerade für junge Menschen für Jahrzehnte prägend sind. Der große Teil hierbei besucht lediglich die Theateraufführungen in Wunsiedel, nimmt sonst an keinerlei Theaterbesuchen teil, was die Notwendigkeit von künstlerischer Qualität unterstreicht.

Eine künstlerische Qualität von überregionaler Bedeutung, die den Luisenburg-Festspielen Wunsiedel übrigens vom ORH in seinem Bericht ausdrücklich bestätigt wurde. 

Jeder investierte Euro in Theater und Kunst ist eine Investition in die Zukunft unserer Gemeinschaft. „Theater ist Lebensmittel!“, wie August Everding es formuliert hat.

Wir machen – zum Glück – Theater für unser begeistertes Publikum und das wird sicher auch in der Zukunft so bleiben.

Helfen Sie bitte mit, in dem Sie unsere Vorstellungen besuchen und für sie werben.

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