04.12.2018

von B° RB

Granitfassade für das ALEXBAD

Gemeinde Bad Alexandersbad: Granit aus der Region für die Region

Peter Berek (1. Bürgermeister Gemeinde Bad Alexandersbad), Dipl. Ing. Johann Braun (Geschäftsführer Braun Granit Tröstau) und Stefan Walberer (Leiter Technische Betriebe) vor der Granit-Fassade des ALEXBAD

Das ALEXBAD in Bad Alexandersbad besticht durch seine einzigartige Architektur, die das Fichtelgebirge auf eine außergewöhnliche Art und Weise darstellt. Dies liegt nicht zuletzt an den vielen regionalen Materialien, die hier verbaut wurden. Die Firma Braun aus Tröstau war maßgeblich am äußeren Erscheinungsbild des ALEXBAD beteiligt. 

Junior-Chef Johannes Braun erzählt in einem Interview, wie der heimische Granit vom Steinbruch im Tröstau auf die Fassade des ALEXBAD gelangt ist und wie wichtig die Themen Regionalität und Nachhaltigkeit bei diesem gemeinsamen Projekt waren.

Wodurch zeichnet sich die Braun Gruppe aus und in welchen Bereichen ist sie tätig?

Die Braun Gruppe ist ein mittelständisches Unternehmen mit fünf eigenen Steinbrüchen in der Werksstein- und Schotterproduktion, zwei Transportbetonanlagen und einer Betonsteinproduktion. Seit 1925 steht der Familienbetrieb mit 30 Mitarbeitern für hochwertige Baustoffe aus Naturstein und Beton und zählt heute zu den führenden steingewinnenden und –verarbeitenden Betrieben der Region.

Die Baustoffe aus Stein und Beton finden sowohl im Hoch- und Tiefbau als auch im nationalen und europaweiten Landschaftsbau Anwendung. Neben Granit (Naturstein) in Form von Sand, Splitt und Pflastersteinen stellen wir auch Naturwerksteine (Mauersteine) her.

Alle Produkte sind aus Fichtelgebirgs-Granit gefertigt, der äußerst belastbar, widerstandsfähig und den Witterungsbedingungen der Region gewachsen ist. 300.000 Tonnen pro Jahr werden in regionalen Steinbrüchen mit einem gesicherten Rohstoff abgebaut – flexibel, schnell und schonend für die Umwelt.

Bemerkenswerte Projekte waren die Ortskerne der Gemeinden Nagel und Weidenberg, die Trockenmauer an der B 303 bei Bischofsgrün, der Bahnhof Friedrichstraße und das Flußpferdhaus in Berlin, eine Hochhausfassade in Tel Aviv und natürlich die Fassade des ALEXBAD.

Welcher Granit wurde für die Fassade des ALEXBAD verwendet und wie wird dieser hergestellt?

Da sich bei den Planungen für die Außenfassade des ALEXBAD Granitplatten als zu kostenintensiv erwiesen, fiel die Entscheidung, Granit in Form von Split auf die Fassade einzustreuen. Hierbei handelt es sich um Granitsplit in der Farbe „gelb-vario“, eine Granitsorte mit einer hohen Festigkeit und Farbstabilität, die sehr selten in Deutschland vorkommt. Um die ganze Bandbreite an im Fichtelgebirge vorkommenden Felslandschaften darzustellen, haben wir den Granit in drei verschiedenen Körnungen gewählt.

Der Herstellungsprozess ist komplex und zeigt die hohe Kompetenz der Firma Braun in diesem Bereich. Zunächst wird der Stein gesprengt. Die Steine werden anschließend in einer Brechanlage in verschiedene Größen gebrochen und über Siebe in die unterschiedlichen Körnungen aufgeteilt.

Wie sah der Weg des Granits vom Steinbruch bis auf die Fassade des ALEXBAD aus?

Zunächst haben wir Probeabsiebungen in unserem Labor durchgeführt, um das geeignete Material exakt bestimmen zu können. Bei der Firma Heck in Marktredwitz wurden die Muster schließlich auf verschiedenen Trägermaterialien getestet. Von der ausführenden Firma Kemnitz-Tal-Bau aus Geilsdorf kamen die Materialvorgaben „trocken und staubfrei“ hinzu. Nach Abschluss der Tests und der genauen Planung begann die Herstellung in Tröstau.

Von November 2016 bis März 2017 wurden die Granitsplitte in den Größen 1 – 2 mm, 2 – 5 mm und 5 – 8 mm nach Bad Alexandersbad geliefert. Auf die Fassade wurde ein Oberputz aufgezogen und im nächsten Arbeitsschritt die Körnungen als Effektputz eingestreut. Danach wurde mit der Glättkelle das Material leicht angedrückt. Nach dem Trocknen wurde die Oberfläche abgekehrt, um nicht haftende Splitter zu entfernen.

Dadurch entstand eine einzigartige Außenfassade, die die Felsformationen der Luisenburg nachempfindet und das Gebäude mit der umliegenden Naturszenerie verschmelzen lässt.

Was bedeutet es für Ihr Unternehmen, an einem Projekt wie dem ALEXBAD beteiligt gewesen zu sein, das ja sogar einen hochrangigen Architekturpreis gewonnen hat?

Es war für uns, die Firma Braun, wirklich ein ganz besonderer Auftrag und wir haben uns riesig gefreut, an diesem Leuchtturm-Projekt in der Region beteiligt gewesen zu sein. Das war für uns eine interessante Herausforderung. Genau wie der Gemeinde Bad Alexandersbad liegen uns die Themen Regionalität und Nachhaltigkeit sehr am Herzen. Bestimmt war die Zusammenarbeit deshalb von Anfang an sehr erfolgreich.

Wenn wir einen Blick auf das ALEXBAD werfen, ist es für uns faszinierend, wie die eigenen, wohlbekannten Produkte auf eine völlig innovative Weise verbaut wurden. Unser heimischer Granit erstrahlt hier in ganz anderen Facetten. Der gesamte Gebäudekomplex wertet den Ortskern von Bad Alexandersbad wesentlich auf und wir sind stolz, einen Beitrag dazu geleistet zu haben.

Die Gemeinde Bad Alexandersbad bedankt sich bei der Braun Gruppe für die erfolgreiche Zusammenarbeit im Rahmen des Projektes „Neues Kurhaus“ und freut sich darauf, die Themen Regionalität und Nachhaltigkeit gemeinschaftlich im Fichtelgebirge zu verankern.

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